Schafzucht in Lippramsdorf: Ein Ire sorgt für neues Blut in der Herde

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Tapsige Lämmer sorgen für idyllische Bilder. Doch Schafzucht ist harte Arbeit, auch für Bock Percy aus Irland, der frisches Blut in den Stall von Wilhelm Böntert in Lippramsdorf bringt.

Lippramsdorf

, 12.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist früher Nachmittag, als Alina Böntert ein Gatter der Schafzucht in Lippramsdorf öffnet. Eilig drängen sich die Tiere in den Stall, um sich über das Heu in den Raufen herzumachen. „Bis morgen früh sind die glücklich“, lächelt Alinas Vater Wilhelm.

Die Familie züchtet Schwarzkopfschafe in der vierten Generation. Die Rasse ist besonders widerstandsfähig und deshalb in der Zucht beliebt. Rund 50 Tiere gehören zur Herde. Die Lämmer sind schon gut herangewachsen.

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Schafzucht bei Familie Böntert

„Was jetzt noch hier ist, wird für die Zucht eingesetzt“, erklärt Elektromeister Wilhelm Böntert, der die Schafhaltung im Nebenerwerb betreibt. Die anderen Tiere landen als Lammfleisch auf den Tellern der Verbraucher. Das Schlachtgewicht beträgt zwischen 22 und 25 Kilogramm.

Zuchtbock Percy hat sich bereits bewährt

Böntert kooperiert mit einem Direktabnehmer, der das Fleisch vermarktet. Schafzucht liefert herrlich idyllische Bilder, ist aber auch ein Broterwerb. Das ist auch den Töchtern Carina (9) und Alina (15) klar, die bereits mithelfen.

Gerade geboren und schon kann es auf eigenen Beinen stehen.

Gerade geboren und schon kann es auf eigenen Beinen stehen. Das Lamm kam am Tag des Pressetermins zur Welt. © Alina Böntert

Einige Lämmer im Stall der Bönterts hat der neue Zuchtbock Percy gezeugt. Er stammt aus Irland und soll die Herde in Lippramsdorf mit frischer Blutlinie versorgen. Seine ersten Einsätze sind vielversprechend. Deshalb ist Züchter Wilhelm Böntert froh, dass sich seine Investition zu lohnen scheint.

Klimawandel

Trockenheit macht auch der Schafzucht zu schaffen

Wilhelm Böntert blickt sorgenvoll in die Natur. Es sei in diesem Frühjahr schon wieder viel zu trocken. Wenn sich nicht noch Regen einstellt, erwartet er ein schwieriges Jahr für die Landwirtschaft. Dabei seien schon die beiden letzten hart gewesen. Für seine Schafzucht musste er Futter zukaufen und später auf der Wiese nachsäen. Durch Trockenheit enthält das Futter nicht mehr genügend Spurenelemente, sodass Mineralstoffe hinzugefügt werden müssen.

Percy ist potent und hat gute Gene an seine Nachkommen vererbt. Neben dem Wuchs legt Wilhelm Böntert Wert darauf, ruhige Tiere zu züchten. Das ist ihm schon sehr gut gelungen, denn einige seiner Schafe machten zehn Jahre lang die lebendige Krippe in Lippramsdorf komplett.

Auch Percy zeichnet sich durch große Gelassenheit aus, als er an einem Seil in den Stall geführt wird. 170 Kilogramm Gewicht - eigentlich nicht zu bändigen, aber Percy ist lammfromm. Weil er sich bei seinen Probeläufen so gut bewährt hat, wird es ab Mittel Juli seine Aufgabe sein, alle Damen der Herde zu Müttern zu machen, meistens schafft er fünf an einem Tag. Es können aber auch schon einmal sieben sein.

Carina und Alina Böntert wachsen mit der Schafzucht auf.

Carina und Alina Böntert wachsen mit der Schafzucht auf. © Silvia Wiethoff

Ob das das Paradies für Schafsböcke ist? Percy schaut stoisch aus dunklen Augen. Das könnte bedeuten: „Die einen sagen so, die anderen so.“ Nach seiner intensiven Einsatzzeit braucht er jedenfalls eine Pause und muss wieder aufgepäppelt werden.

Zurzeit steht er noch in einer abgetrennten Box, wo ihm nur ein junges Mutterschaf zur Seite steht. Schafe brauchen die Gemeinschaft, und Böcke können so sensibel sein. Die Zeit mit seinem Harem in Lippramsdorf währt kurz. Nach etwa zwei Jahren wird Percy gegen einen neuen Bock ausgetauscht, der wieder frisches Blut in die Herde bringt.

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