Mehr Ratten in den Städten durch Corona: Wie schaut es in Haltern aus?

dzUngeziefer in der Stadt

In Großstädten wie Hamburg und Köln sind aufgrund der Corona-Krise mehr Ratten in Wohngebieten auf Nahrungssuche. Gibt es auch in Haltern mehr Ungeziefer? Wir haben nachgefragt.

Haltern

, 27.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil die Restaurants während der Corona-Krise weniger Essensreste abgeworfen haben, treibt es die Ratten vielerorts in die Wohngebiete. Dort wird mehr gekocht und somit mehr Müll produziert - Nahrung für die Tiere. Fast dreimal so viele Rattensichtungen wie gewohnt verzeichneten die Schädlingsbekämpfer in Hamburg, berichtete die Süddeutsche Zeitung. In Teilen der USA spitzt sich die Rattensituation laut Medienberichten noch weiter zu: Dort wird von aggressiven Tieren berichtet, die sich in ihrer Nahrungsnot gegenseitig verschlingen. Doch wie schaut es im beschaulichen Haltern aus?

Stadtpressesprecher Georg Bockey gibt Entwarnung: „Im März vergangenen Jahres wurden 21 Rattensichtungen gemeldet, in diesem Jahr 20. Dementsprechend können wir die These nicht bestätigen.“ Von einer Rattenplage wird Haltern also nicht heimgesucht. Dafür wurden jedoch vermehrt Tiere in der Region gesichtet. Und es machen sich andere Plagegeister in der Umgebung breit.

Mehr Insekten durch warme Winter

„In den Gemeinden in der Umgebung habe ich durchaus ein höheres Rattenaufkommen bemerken können. Ich beködere außerhalb von Haltern auch Kanalschächte - dort wurde mehr gefressen“, berichtet der Halterner Schädlingsbekämpfer Ralf-Peter Loewen. Da er in Haltern nur für Privatleute und nicht für die Stadt arbeitet, könne er die Situation in der Seestadt nicht konkret einschätzen. Mehr Aufträge von Privatleuten aus Haltern habe es in den vergangenen Wochen in puncto Ratten jedoch nicht gegeben.

Neben den Vierbeinern hat der Schädlingsbekämpfer aktuell viel mit fliegenden und krabbelnden Plagegeistern zu tun: „Die Insekten haben bei diesem Wetter ideale Bedingungen. Wespenbekämpfungen hatte ich in diesem Jahr schon mehr als im Vorjahr“, berichtet der Schädlingsbekämpfer. Auch der Eichenprozessionsspinner konnte wachsen und gedeihen. Denn in den warmen Wintern, in denen es kaum mehr friert, überleben alle Insekteneier.

Sorge um das Überleben der Restaurants

Der Klimawandel sei daher Schuld an dem Insektenproblem. „Da hilft es nur, auf einen kalten Winter zu hoffen“, sagt der Fachmann. Trotz einiger Aufträge birgt die Corona-Krise für den Schädlingsbekämpfer Unsicherheiten, denn nicht nur das Ungeziefer stand bei den Restaurants vor verschlossenen Türen. „Die regelmäßigen Hygienekontrollen und Prophylaxemaßnahmen, die ich in der Gastronomie durchführe, konnte ich nicht machen. Und niemand weiß, ob die Restaurants, also meine Kunden, überleben“, so Loewen.

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