Raststätte Hohe Mark Ost in Haltern rüstet sich für die Hauptsaison

dzRastplatz A43

Zig Mängel in Zügen lassen Urlauber aufs Auto umsteigen. Zudem verhagelt Corona vielen die Flugreise in den Süden. Auf deutschen Autobahnen und Raststätten wird es nun voll. Auch an der A43?

von Ina Fischer

Haltern

, 21.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die A43 zählt laut ADAC zu den viel befahrenen Reiserouten Richtung Nordsee, respektive in den Süden Deutschlands. Mitten drin: die Anfang der 80er-Jahre errichtete Raststätte Hohe Mark Ost in Höhe Halterns.

Franchise-Unternehmer Ralf Pieper führt den Betrieb seit den 1990er-Jahren, hat Erfahrung mit Reisewellen in Ferienzeiten. Doch ob und was die Pandemie im Sommer 2020 ändert, weiß niemand so recht. Schließlich ist der Gastronomiebereich der Raststätte erst seit Mitte Juni wieder geöffnet.

Reiseverhalten hat sich verändert

„Durch die Auswirkungen von Corona hat sich das Reiseverhalten der Urlauber in Deutschland verändert. Naturgemäß sind aktuell weniger Leute unterwegs als zu den üblichen Zeiten“, sagt ein Sprecher der bundesweit tätigen Tank & Rast-Gruppe, zu denen die Hohe Mark beidseitig der A43 gehört. Es sei aber davon auszugehen, dass in den Ferien eine Reisewelle zu erwarten ist. „Wie genau die ausfällt, können wir nicht sagen.“

Franchise-Unternehmer Ralf Pieper führt den Betrieb seit den 1990er-Jahren.

Franchise-Unternehmer Ralf Pieper führt den Betrieb seit den 1990er-Jahren. © Ina Fischer

Szenenwechsel: Es ist Samstag, 27. Juni. Der erste Ferientag in NRW. Die A43 ist am Nachmittag kaum befahren. An der Hohen Mark Ost Richtung Küste hält sich eine Handvoll Menschen auf, ist das kleine Klettergerüst draußen ebenso verwaist, wie die Sitzplätze im Außenbereich. Trotz Corona. Aber neben der Pandemie bereitet den Betreibern der Raststätte noch etwa anderes Bauschmerzen: Große Schilder an Bäumen warnen vor Allergie-Gefahr durch Eichenprozessionsspinner. Hier verweilt niemand gerne.

Verunsicherte Gäste

Und auch die, die reinschauen, sehen erst einmal verunsichert aus. Dann sehen sie Schilder in vier Sprachen mit Abstandsregeln sowie zum Gebrauch von Mund- und Nasenschutz. Deutsch, Englisch, Ungarisch und Russisch in kyrillischer Schrift. Daneben im Eingangsbereich: öffentliche Desinfektionsspender und Hinweise zum kontaktlosen Bezahlen. Die Marschroute wird klarer. Ein Blick auf die fünf zugänglichen Tische im Inneren - der hintere Teil ist derzeit gesperrt - zeigt: Abstand halten ist auf den schmalen 260 Quadratmetern Fläche kein Problem. Doch das kann sich ändern, wenn erst einmal mehrere Bundesländer aus der Mitte und dem Süden gleichzeitig mit NRW Ferien haben.

Ralf Pieper und seine Mitarbeiter freuen sich eigentlich immer auf die Sommerreisezeit. Das A und O sei dann die Absprache untereinander. „Ist an der Kaffeebar mal etwas mehr los, wird dort einfach ausgeholfen. Und treffen Reisegruppen ein, packen auch die Mitarbeiter aus dem Büro mit an.“

„Alle zwei bis drei Stunden machen wir Pause“

Wieder Szenenwechsel: Wochen später wird es voller. Mechthild Fuchs (47) und ihr Sohn Flo (11) gehören zu den Reisenden, die hier halten. Sie sind auf dem Weg vom schwäbischen Ländle, wo sie heute leben, in die einstige Heimat zu Fuchs Eltern. Ein kleines idyllisches Örtchen namens Weizmühlen, nahe der niedersächsischen Domstadt Verden an der Aller. Die Strecke, ohne Rast zu fahren, ist undenkbar. „Alle zwei bis drei Stunden machen wir Pause. Immer an einem richtigen Rasthof und immer mindestens für eine halbe Stunde“, sagt Fuchs. Ausgewählt werden dabei nur Raststätten mit Sanifair-WC: „Wir legen Wert auf Hygiene“, so Mutter und Sohn unisono. Die Hohe Mark Ost hat eine solche Anlage, in der derzeit Erklärvideos über den Bildschirm flimmern und die Reisenden daran erinnern, wie wichtig die richtige Handhygiene ist.

Mechthild Fuchs und ihr Sohn Flo machten auf ihrer Durchreise Rast an der A43 in Haltern am See.

Mechthild Fuchs und ihr Sohn Flo machten auf ihrer Durchreise Rast an der A43 in Haltern am See. © privat

Ebenso wichtig ist beiden ein vernünftiges Raststättenessen. Ja, das sei teuer und für Familien mit mehreren Kindern ein Luxus, aber wer nimmt schon gerne belegte Brote mit, auf denen sich der Käse von Stunde zu Stunde mehr wellt? Zu Aktionsgerichten wie den Veggie-Burger gibt es an der Hohen Mark derzeit sogar ein Fläschchen Desinfektionsmittel gratis dazu. Frisches Obst wäre Fuchs lieber gewesen. Noch besser: ein Barfußpark oder eine Kneippanlage zum Abkühlen. Aber die wäre zu Pandemie-Zeiten wohl eh geschlossen. Wie so vieles.

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