Kaum jemand fährt angesichts der aktuellen Straßenverhältnisse jetzt zu schnell, aber die Polizei schließt dennoch Geschwindigkeitskontrollen nicht aus. © picture alliance / dpa
Geschwindigkeitsmessungen

Radarfallen und Kälte: Lösen Blitzer bei tiefen Minusgraden noch aus?

Zweistellige Minustemperaturen und Schnee am Straßenrand: Die Kälte hat Haltern im Griff. Auch die Radarfallen? Star-Blitzer Paul war eingeschneit. Der Kreis erklärt, ob er dennoch blitzt.

Fast täglich kündigt der Kreis Recklinghausen Blitzerstandorte in Haltern an. Sogar jetzt angesichts von Eis und Schnee. Die Geschwindigkeitsüberwachung ist für den Kreis ein lukratives Geschäft. Für 1,3 Millionen Euro an Einnahmen sorgten Autofahrer im Kreis Recklinghausen mit ihren Geschwindigkeitsübertretungen im vergangenen Jahr.

Bei den winterlichen Verhältnissen sind die Möglichkeiten einer mobilen Messung zwar eingeschränkt, aber sie werden nicht ausgesetzt. Vor Leichtsinn ist zu warnen, aber wer drückt bei der Straßenlage denn wirklich aufs Tempo?

Die Polizei blitzt trotz der frostigen Temperaturen, wie Sprecherin Annette Achenbach bestätigt. Die Laserpistolen funktionieren auch bei hohen Minustemperaturen, sagt sie auf Nachfrage. Einziges Handicap seien die Schneemassen an den Straßenrändern. Es gebe aktuell wenige Stellen, an denen Geräte aufgestellt und Temposünder angehalten werden könnten. Deshalb werde in diesen Tagen deutlich weniger geblitzt. Aber die Beamten hätten warme Winterkleidung, an den frostigen Außentemperaturen würde ihr Einsatz jedenfalls nicht scheitern.

Polizei lobt Autofahrer für umsichtiges Verhalten

Doch die Polizei spricht den Autofahrern ein dickes Lob aus. „Es gibt gerade wenig Unfälle mit Verletzten. Jeder ist sehr umsichtig unterwegs“, gibt Annette Achenbach die Beobachtungen der Verkehrspolizei wieder.

„Auch wir merken, dass die Verkehrsteilnehmer jetzt langsamer fahren“, bestätigt Lena Heimers, Sprecherin des Kreises. Und dennoch überwacht auch der Kreis die Geschwindigkeiten. Für Blitzer Paul, für die Messgeräte in den mobilen Blitzern und auch für die Blitzsäulen nämlich ist die Kälte kein Problem, heißt es aus Recklinghausen. Fahrzeuge werden notfalls vorgewärmt, damit die Scheiben nicht beschlagen.

Der Kreis sagt: „Die Kameras funktionieren immer“

Die Kameras funktionierten immer, auch bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, versichert Lena Heimers nach Rücksprache mit den Experten im Kreishaus. „Wenn geblitzt wird, ist die Messung zulässig“, macht Lena Heimers keine Hoffnung auf erfolgreichen Widerspruch.

Schneeberge an den Straßenrändern vereiteln allerdings gerade den einen oder anderen Einsatz. Die Pläne für die Blitzerstandorte werden immer freitags veröffentlicht. Wenn sich dann eine extreme Wetterlage einstellt, kann auch mal der eine oder andere Termin und Standort spontan wieder gestrichen werden.

Der „Star“ unter den Blitzern – Blitzer Paul – war übrigens eingeschneit in den vergangenen Tagen. Er stand bis Freitag in Hamm-Bossendorf. Er konnte aber trotzdem scharfe Bilder schießen, hieß es vom Kreis.

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Elisabeth Schrief

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