Die Quarzwerke vergrößern ihre Gewinnungsfläche am Baggerloch in Flaesheim. © Daniel Winkelkotte
Umfangreiche Rodungen

Quarzwerke vergrößern Gewinnungsfläche am Baggerloch in Flaesheim

Zahlreiche Holzstämme liegen aufgestapelt am Wegesrand. Am Baggerloch in Flaesheim ist es luftig geworden. Eine rund drei Hektar große Fläche wurde in diesen Tagen gerodet.

Dort, wo sonst Spaziergänger entlang wandern, waren zuletzt schwere Maschinen im Einsatz. Am Rand der Haard bei Flaesheim, werden seit einigen Jahren immer mal wieder Oberflächensande gewonnen. „Dies geschieht bis über einem Meter oberhalb der Wasserfläche. Aktuell wird diese Qualität der Sande wieder mehr benötigt und wir sind daher dabei, die Gewinnungsfläche zu vergrößern“, erklärt Britta Franzheim, Unternehmenssprecherin der Quarzwerke, auf Anfrage unserer Redaktion.

Sand wird später direkt auf Schiffe verladen

Der entsprechende Hauptbetriebsplan sei bereits seit einigen Jahren gültig. „Im Rahmen des Verfahrens zur Genehmigung dieser Fläche wurden geologische und artenschutzrechtliche Themen berücksichtigt“, betont sie. Der dort gewonnene Sand solle später zum großen Teil direkt auf Schiffe verladen werden.

Logistisch kein Problem, denn das Baggerloch ist mit dem Wesel-Datteln-Kanal verbunden. „Welche Kunden kaufen, kann ich Ihnen leider nicht sagen.“ Nach Informationen unserer Zeitung soll der Sand in den Osten Deutschlands verschifft werden, weil er für Bauarbeiten an einer Schleuse in der Nähe von Berlin benötigt wird.

Der Sandabbau in Flaesheim kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im Juni 1930 wurde mit dem Abbau von Sandvorräten zum Bergversatz in Flaesheim begonnen. Beliefert wurde damals unter anderem die Steinkohlezeche Gneisenau in Dortmund-Derne. Schnell ging die Nachfrage jedoch zurück, da die Transportkosten offenbar zu hoch waren. Der Transport erfolgte seinerzeit noch per Schiene und Schiff. Mitte der 30er-Jahre wurde Sand zum Bau der Reichsautobahn geliefert, was den Bestand der Lagerstätte sicherte.

1985 ging die Betriebsleitung an die Quarzwerke GmbH über

1957 erwarb die Dörentruper Sand- und Tonwerke GmbH die Pachtrechte.

Ende der 60er-Jahre wurde die Lagerstätte Flaesheim von den Quarzwerken (bzw. dem Vorgängerunternehmen Grosspeter Lindemann & Co. KG) von der Dörentruper Sand- und Tonwerke GmbH übernommen und bis 1984 weiter betrieben. 1985 ging die Betriebsleitung schließlich an die Quarzwerke GmbH über.

„2009 wurde die Produktion vor Ort und die Gewinnung im See mit Baggerschiff bis auf Weiteres eingestellt. Der Oberflächensand wird seitdem in unregelmäßigen Abständen abgebaut und mehr oder weniger ohne aufwendige Verarbeitung weiterverkauft“, erläutert Sprecherin Britta Franzheim. Es handele sich dabei nicht um hochreine Quarzsande für die Gießerei- oder Glasindustrie.

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
Zur Autorenseite
Daniel Winkelkotte

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.