Rehe verenden

Qualvoller Tod: Zwei Rehe verenden in Haltern an einem Weidezaun

Am Fuß des Annabergs verendeten zwei Rehe qualvoll an einem Weidezaun. Sie waren in Panik geflüchtet, möglicherweise vor freilaufenden Hunden. Jäger bitten eindringlich um Rücksichtnahme.
Ein einjähriger Rehbock und eine Ricke verendeten an einem Weidezaun am Fuß des Annabergs. © Symbolbild dpa

Es war ein grausames Bild, das sich Landwirt und Jäger Matthias Koch am Dienstagabend bot: Er war zu einer Weide am Fuß des Annabergs gerufen worden. Dort hatten Spaziergänger zwei Rehe in einer dramatischen Lage entdeckt.

„Eine Spaziergängerin hatte meinen Vater, Landwirt Herrmann Koch, angerufen“, berichtet Matthias Koch. Als er zu der Weide kam, in deren hinterem Bereich Schafe weiden, war auch die Polizei bereits vor Ort.

„Ein einjähriger Rehbock lag außen vor dem Zaun“, so Matthias Koch. „Er war wohl beim Versuch über den Zaun zu springen dagegen gestoßen, das Genick war gebrochen. „Im Inneren der Weide befand sich eine Ricke, die verzweifelt versuchte, wieder aus dem umzäunten Gelände herauszukommen, aber immer wieder scheiterte.“

Die Ricke sei immer wieder gegen den Maschendrahtzaun gelaufen, ihr Kiefer sei gebrochen gewesen, ihr Fell teilweise vom Körper gerissen und sie habe überall geblutet, so Matthias Koch. „Es blieb nichts anderes übrig, als sie von ihrem Leid zu erlösen“, sagt er.

Besonders tragisch findet Matthias Koch, dass die Ricke trächtig war. „Im Normalfall bringen sie zwei Jungtiere zur Welt. Es sind also bei diesem Vorfall insgesamt vier Rehe getötet worden“, so Koch.

Hunde beim Osterspaziergang anleinen

Solche Reaktionen zeigten Rehe nur, wenn sie in Panik flüchteten, sagt Reinhold Bergjürgen, der Vorsitzende des Hegerings Haltern. „Es ist zwar noch nicht Setzzeit, aber die Ricken sind jetzt schon wegen des erwarteten Nachwuchses behäbig und schwer. Sie flüchten nur in absoluten Notsituationen.“

Bergjürgen vermutet stark, dass frei laufende Hunde zu der Panikreaktion der Rehe geführt haben. Gerade angesichts der bevorstehenden Ostertage appelliert er deshalb eindringlich an alle Spaziergänger, ihre Hunde im Wald und in der freien Natur anzuleinen.

„Gerade auch wegen des Lockdowns ist zu erwarten, dass es sehr viele Spaziergänger in die Natur ziehen wird, besonders zu Ostern“, so Bergjürgen. „Wir möchten deshalb nachdrücklich darum bitten, darauf zu achten, dass Hunde nicht frei herumlaufen, um solche Vorfälle wie am Annaberg zu vermeiden.“

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