Quadstaffel der Halterner Feuerwehr ist bei Waldbränden gefragt

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Bis Anfang Juni war sie schon so oft im Einsatz wie im ganzen Jahr 2019: Vier Mal rückte die Quad-Staffel der Halterner Feuerwehr bereits aus. Vorrangiges Einsatzgebiet sind Waldbrände.

Haltern

, 06.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Quadstaffel der Halterner Feuerwehr hat in diesen Tagen viel zu tun: Die vor elf Jahren gegründete Einheit ist besonders bei Waldbränden gefragt.

Am 3. Juni standen sogar zwei Einsätze an einem Tag an: Die extreme Trockenheit zu Monatsbeginn sorgte dafür, dass morgens erst der Wald in Flaesheim und nachmittags eine Waldfläche am ehemaligen Truppenübungsgelände nahe Lavesum brannte.

Truppe muss genaue Brandherde vor Ort identifizieren

„Unsere Aufgabe ist es vorrangig, die genauen Brandherde im Wald ausfindig zum machen“, sagt Thomas Rohlf, zusammen mit seinem Bruder Klaus das „Urgestein“ der Quadstaffel. Heute gehören noch Sohn Florian Rohlf sowie Luca Bially und Maurice Buschfeld zur Gruppe. Zwei gehören dem Löschzug Flaesheim und drei der Löscheinheit Lavesum der Freiwilligen Feuerwehr Haltern an.

Bei dem Waldbrand an der Merfelder Straße war die Quadstaffel ebenfalls im Einsatz.

Bei dem Waldbrand an der Merfelder Straße war die Quadstaffel ebenfalls im Einsatz. © Ingrid Wielens

Gegründet wurde die Gruppe vor 11 Jahren. „Im Mai 2009 gab es einen großen Waldbrand auch nahe Lavesum“, erinnert sich Thomas Rohlf. „Die genaue Brandstelle konnten wir ganz schwer ausmachen.“ Da kam Einsatzleiter Georg Rohlf auf eine Idee: „Ihr habt doch Quads, könnt ihr nicht mal ins Gelände fahren?“

Querfeldein zum Waldbrand

Gesagt, getan: Die beiden Quadfahrer konnten tatsächlich ihre Feuerwehrkameraden zur Brandstelle lotsen, denn mit ihren Maschinen konnten sie sich auch querfeldein dem Feuer nähern: Die Quadstaffel der Feuerwehr Haltern war geboren.

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Nach und nach kamen die weiteren Mitglieder dazu. Alle teilen die Leidenschaft fürs Quadfahren, das nur wenig bis gar nichts mit dem Motorradfahren gemein hat. „Man braucht schon Körperbeherrschung und man muss sich an das Fahren rantasten“, sagt Maurice Buschfeld. Bis zu 45 Grad Steigung können die Quads im Gelände bewältigen. „Da steigt eher der Fahrer ab, als dass die Maschine umfällt“, so Klaus Rohlf.

Privatfahrzeuge der Halterner Feuerwehrleute

Mit 39 bis 87 PS, die die Quads der Halterner aus 500 bis 1000 Kubikzentimetern Hubraum herausholen, sind die Maschinen ordentlich schnell unterwegs und besitzen beachtliche Beschleunigungswerte. Zwischen 8000 und 20.000 Euro kann man für so ein Quad auf den Tisch legen.

Die Fahrzeuge befinden sich alle im Privatbesitz der Halterner Feuerwehrleute. Quadfahren ist ihr Hobby, aber sie stellen es gern in den Dienst der Feuerwehr, wenn sie helfen können. „Bei den Einsätzen sind wir allerdings versichert, und die Spritkosten übernimmt die Stadt Haltern“, sagt Maurice Buschfeld.

Bürgermeister zur Einsatzstelle im Gelände gefahren

Auch beim Transport von Material zur Brandstelle im Gelände und eventuell auch bei der Suche von vermissten Personen können sie wertvolle Hilfe leisten. „Wir haben auch schon mal Taxi gespielt und den Kreisbrandmeister oder auch den Bürgermeister zu einer Einsatzstelle im Gelände gefahren“, berichtet Klaus Rohlf.

Organisatorisch gehören sie zur Einheit „Information und Kommunikation“ und sind der Hauptwache zugeordnet.

Vor zwei Jahren zählten die Quadfahrer acht Einsätze, das war ihr bisher einsatzstärkstes Jahr. Sie hoffen, dass sie diese Zahl in 2020 nicht übertreffen werden, und die Gefahr der Waldbrände nicht wieder zunimmt. Aber wenn es sein muss, stehen sie bereit, um die Feuerwehr Haltern im Gelände zu unterstützen.

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