Protest gegen Bebauung: Anwohner der Dahlienstraße rufen Politik dazu

dzBebauung an der Dahlienstraße

Noch bevor die Politik in die Pläne eingeweiht wurde, lud die Stadt Anwohner der Dahlienstraße ein, um eine neue Wohnbebauung vorzustellen. Die Grünen sind verärgert, die Anwohner aber auch.

Haltern

, 27.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf einem Grünstreifen zwischen Dahlienstraße und Sundernstraße plant ein Halterner Investor, die hs Wohnraum GmbH, eine neue Wohnbebauung. Nach seinen Vorstellungen sollen dort Einfamilien-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser (mit je sechs Wohneinheiten) entstehen. In einer Versammlung mit Investor und Planungsbüro informierte die Stadt die Anwohner der Dahlienstraße darüber. Diese können sich mit den Plänen allerdings gar nicht anfreunden. Sie sorgen sich um den Charakter ihrer Siedlung. Zumal im Rahmen von Nachverdichtungen bereits einige große Wohnkomplexe entstanden sind.

Deshalb schrieben sie die Kommunalpolitiker an, die CDU und SPD führten mit einigen Gespräche, und auch WGH und FDP sind aktiv geworden. Die Grünen trafen sich mit 40 Anwohnern in diesen Tagen vor Ort. Dabei äußerten die Grünen deutliche Kritik an der Stadtverwaltung.

Die Grünen: Warum wurde Politik nicht informiert?

„Es kann nicht sein, dass wir Politiker nicht genauso wie die Anwohner über das Vorhaben informiert werden“, ärgert sich Grünen-Fraktionschef Michael Zimmermann. Er halte zwar der Verwaltung zugute, dass sie gegenüber den Bürgern Transparenz gezeigt habe. Dass sie aber die Politiker außen vor gelassen habe, könne er nicht verstehen. Die Sorgen der Bürger hingegen schon.

„Die Pläne, die uns die Anwohner gezeigt haben, sind Wunschvorstellungen des Investors. Die Festsetzungen im Bebauungsplan sind völlig andere“, sagt Michael Zimmermann. Im Bebauungsplan Dahlienstraße sei eineinhalbgeschossige Bauweise festgelegt. Die Grünen begrüßen, so Michael Zimmermann, zwar eine Nachverdichtung. Aber Bauprojekte müssten sich an die Umgebung anpassen.

Vorhaben wird erst nach Kommunalwahl entschieden

„Hier muss deutlich abgespeckt werden“, findet der Fraktionschef. Wahrscheinlich werde sich erst der neue Rat im Herbst oder im Frühjahr 2021 mit dem Vorhaben beschäftigen. Also nach der Kommunalwahl im Herbst. „Aber es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich Gehör zu verschaffen“, unterstützt Michael Zimmermann die Anwohner.

Unter Bürgermeister Josef Schmergal hatte der Rat am 13. Mai 2004 den „Bebauungsplan 103 Dahlienstraße“ aufgestellt. Weil der Besitzer des besagten Grünstreifens damals dann doch nicht verkaufen wollte, ließ die Stadt das Verfahren ruhen. 16 Jahre später hat der Besitzer gewechselt - und der will investieren.

Anwohner: Bebauung ist verantwortungslos

„Die geplante Bebauung spricht gegen jedwede Vernunft und Verantwortung“, sagt Bärbel Matuszczyk stellvertretend für die gut 40 Anwohner, die sich mit den Grünen zum Außentermin trafen. 27 Wohneinheiten seien geplant, für Grün und ausreichend Parkplätze bliebe kein Platz mehr.

Die Anwohner wollen nicht das Projekt an sich verhindern, so Bärbel Matuszczyk, sondern streiten dafür, dass sich das Neue in das Alte einfügt. „Eigentlich betrifft unser Protest die ganze Stadt. Wir müssen das Gesamtbild Halterns sorgsamer im Blick behalten. Vielleicht erreichen wir, dass auch andere Bürger an anderen Stellen ihre Stimmen erheben gegen die gegenwärtige Baupolitik in Haltern.“

Investoren melden sich: „Bauen keine Hochburgen“

Am Dienstagnachmittag (26. Mai) meldete sich Kai Hanspach (hs Wohnraum GmbH), einer der Investoren, bei der Halterner Zeitung. Er findet es schade, dass die Emotionen so hoch gekocht sind.

„Noch gibt es keine konkreten Planungen, wir sprechen lediglich von einer Idee, in ruhiger Stadtrandlage hochwertige, eineinhalbgeschossige Häuser bauen zu wollen.“ Das Projekt werde sich in die vorhandene Struktur einpassen, betonte Kai Hanspach. „Zwischen Hennewiger Weg, Dahlienstraße und Sunderstraße werden keine Hochburgen gebaut.“

Die entstehenden Wohnungen sollen vermietet und nicht verkauft werden.

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