Die Silhouette eines Windrades zeichnet sich vor dem Sonnenaufgang verfärbten Morgenhimmel ab. Erst Ende Januar soll das Windrad in Hullern wieder in Betrieb gehen. © picture alliance/dpa
Windenergie

Probleme mit Rotorblatt: Windkraftanlage bei Hullern ist außer Betrieb

Das Windrad zwischen Westruper Straße und Hullern steht seit Wochen still. Darüber haben sich zuletzt viele Anwohner gewundert. Doch schon bald sollen sich die Rotorblätter wieder drehen.

Seit Oktober steht das rund 230 Meter hohe Windrad am Ortsrand von Hullern. Die Windenergieanlage soll Strom erzeugen, der über eine vier Kilometer lange Stromtrasse ins Umspannwerk der Stadtwerke eingespeist wird. Doch seit Wochen stehen die Rotorblätter still. Warum? „Aus Sicherheitsgründen“, teilt Philipp Sebbel, Geschäftsführer der Windenergie Sebbel GmbH & Co. KG, auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Sensibles Thema

Im Rahmen einer Kontrolle seien Probleme an einem Rotorblatt festgestellt worden. Sebbel: „Für uns war sofort klar, dass wir die Anlage sicherheitshalber außer Betrieb nehmen.“ Er erinnert an einen Vorfall im April 2020. Damals war bei starkem Wind das Rotorblatt eines Windrads an der B58 in Haltern zerfetzt worden. Zum Glück wurde dabei niemand von den herabstürzenden Teilen getroffen. „Seitdem ist das insgesamt ein sensibles Thema. Ein solcher Vorfall sollte sich jedenfalls nicht wiederholen.“

Die Planung des Hullerner Windrads wurde von der Bäuerlichen Bürgerwind-Projektberatungsgesellschaft in Münster unterstützt. Die BBWind hat seit 2012 bereits 100 solcher Projekte umgesetzt. Im Rahmen des Vollwartungsvertrages sollen die Schäden nun behoben werden. „Aktuell planen wir, die Anlage Ende Januar wieder in Betrieb nehmen zu können“, sagt Philipp Sebbel. Die entstandenen Ertragsausfälle würden erstattet werden.

Mehr als fünf Millionen Euro teures Projekt

Im Dezember 2018 hatten Philipp Sebbel und Bernhard Dahlhaus ihre Pläne für das Windrad bei Hullern der Öffentlichkeit vorgestellt. Die beiden Geschäftsführer zeigten sich damals hocherfreut über den Baubeginn für das mehr als fünf Millionen Euro teure Projekt, mit dessen Planung bereits 2011 begonnen worden war.

Das Windrad beim Hof Sebbel zwischen Flaesheim und Hullern steht seit Wochen still.
Das Windrad beim Hof Sebbel zwischen Flaesheim und Hullern steht seit Wochen still. © Winkelkotte © Winkelkotte

230 Meter hoch ist die Windenergieanlage und damit rund 30 Meter höher als die bislang höchsten Windräder in Lippramsdorf. Der Rotordurchmesser beträgt 140 Meter. Rund 110 Tonnen wiegt der gesamte Rotor, der sich deutlich langsamer als die älteren Exemplare dreht – neuneinhalb mal pro Minute. Mit diesem Stromerzeuger ernten die Gesellschafter rund 10 Millionen Kilowatt im Jahr. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 4000 Kilowatt pro Haushalt und Jahr könnten mit dem Hullerner Windrad rund 2500 Haushalte versorgt werden. Mehrere Gesellschafter sind an dem Windrad beteiligt. Auch die Energiegenossenschaft Haltern ist mit einigen hundert Halterner Mitgliedern als Gesellschafterin mit im Boot.

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Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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