Probleme am Silbersee II: Betreiber traf sich mit Sythener Bürgern

dzSilbersee II

Verkehrschaos, Müll, Lärm - über die Probleme am Silbersee II haben Sythener Bürger mit dem Geschäftsführer der Silbersee Vermietungsgesellschaft gesprochen. Es gab erste Lösungsansätze.

Sythen

, 23.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwa 40 Jahre lang sind sie nicht nach ihrer Meinung gefragt worden. Kontakte zur Geschäftsführung gab es nicht. Mit dem neuen Geschäftsführer der Halterner Silbersee Vermietungsgesellschaft, Johann Lisser, soll sich das nun ändern. Rund 50 Halterner Bürger, vornehmlich aus Sythen und besonders dem Ortsteil Lehmbraken, haben sich am Samstag zum Workshop am Silbersee II getroffen.

„Wir wollen miteinander reden“

„Wir freuen uns, dass wir endlich einbezogen werden“, zitierte Christine Baumeister-Henning, Sprecherin der Interessengemeinschaft Silbersee II, einen Teilnehmer. Zu lang sei kein Austausch möglich gewesen. „Wir wollen nicht übereinander, sondern miteinander reden“, meinte die Lehmbrakenerin.

Beide Seiten - Anwohner und Silbersee-Geschäftsführung - zeigten sich begeistert von dem „konstruktiven Austausch“.

Beide Seiten - Anwohner und Silbersee-Geschäftsführung - zeigten sich begeistert von dem „konstruktiven Austausch“. © Ingrid Wielens

Auch Johann Lisser sucht das Gespräch mit den Anwohnern des Silbersees II, die seit vielen Jahren besonders unter dem Verkehrschaos an heißen Wochenenden, zugeparkten Straßen und Lärm leiden. Hinzu kommen Müll und andere Hinterlassenschaften der Silbersee-Besucher, die die Bushaltestelle am Wellenbogen in Lehmbraken oder den Bahnhof in Sythen nutzen. „Sie können sich gar nicht vorstellen, was die Anwohner alles aus ihren Gärten sammeln müssen“, sagt Baumeister-Henning. Auch eine mögliche Zunahme von Groß-Veranstaltungen am Silbersee versetzt die Bürger in Sorge.

Zutritt für Anwohner auch nach 20 Uhr

Johann Lisser konnte hier zunächst beruhigen. Der 38-Jährige machte deutlich, dass er für eine besondere Atmosphäre am ehemaligen Tagebau-See sorgen will. Ballermannstimmung sei nicht sein Ding, hatte er bereits mehrfach betont. Für die Belange der Anwohner bewies er ein offenes Ohr.

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Erste Lösungsansätze wurden ebenfalls erarbeitet. So soll beispielsweise die tägliche Regelung, dass Badegäste bis maximal 19.30 Uhr eingelassen werden, nicht für die Lehmbrakener, die das als Einschränkung ihrer Wohnqualität empfinden, gelten. Diese dürfen gegen Vorlage des Personalausweises auch nach 19.30 Uhr noch aufs Gelände. Zur Sperrung um 21 Uhr muss aber auch die „Nachbarschaft“ den Silbersee verlassen.

Regelmäßige Treffen beschlossen

Mit den ÖPNV-Betreibern will Johann Lisser zudem klären, inwieweit der Eingangsbereich am Silbersee II auf der Straße Zum Vogelsberg direkt für die Badegäste angefahren werden kann, um die Müll- und Lärmproblematik so zu umgehen.

Deutlich wurde auch: Das illegale Baden am Nordufer des Silbersees II sowie am Silbersee III und auch das Parken im Halteverbot an der Münsterstraße kurz vor Hausdülmen fällt nicht in Lissers Zuständigkeitsbereich. Hier will sich die Interessengemeinschaft Gehör im Rat der Stadt Haltern verschaffen.

„Wir bleiben im Gespräch“, hieß es abschließend. Spätestens im Dezember wollen Anwohner und Silbersee-Geschäftsführer erneut zusammenkommmen.

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