Motorradlärm ärgert Anwohner - Bürgermeister wünscht sich mehr Kontrollen der Polizei

dzVerkehrslärm

Das Thema Verkehrslärm lässt die Halterner nicht los, weil sie sich besonders im Sommer gestört fühlen. Motorräder stehen dabei im Mittelpunkt.

Haltern

, 03.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Wie sehr sich mancher Halterner vom Verkehrslärm auf Straßen im Stadtgebiet genervt fühlt, wurde zuletzt durch Kommentare in den Ortsteilchecks der Halterner Zeitung deutlich. Am Dienstag standen die Motorräder als ein Verursacher des Lärms einmal mehr im Mittelpunkt.

Im Hauptausschuss machte Angela Berkel (CDU) auf das Problem aufmerksam und beschrieb, was viele Bürger in ihrem Wahlkreis Sythen empfinden. Hier störe beispielsweise der Motorradlärm auf der Sythener Straße und der Münsterstraße. Wenn die Kradfahrer ihre Maschinen beschleunigen, ist es wohl besonders schlimm.

Angela Berkel richtete ihre Ausführungen an Polizeidirektorin Mechthild Panhuber, die dem Ausschuss die Kriminialitätsstastistik 2018 vorstellte und dabei besonders auf Zahlen in Haltern einging. Als Leiterin der Direktion Gefahrenabwehr war sie zwar nicht die direkte Ansprechpartnerin für das Verkehrsthema. Dennoch ist sie natürlich mit der Sachlage vertraut.

Zulässiger Grenzwert wird selten überschritten

„Der Polizei sind ein Stück weit die Hände gebunden“, erklärte Mechthild Panhuber. Bei Kontrollen, die von der Polizei beispielsweise mit einem Schallpegelmessgerät durchgeführt werden, werde der zulässige Grenzwert für Lärm, den die Maschinen verursachen, meistens nicht überschritten.

Hier schaltete sich Bürgermeister Bodo Klimpel in die Diskussion ein. Er machte deutlich, dass die Maschinengeräusche im Leerlauf nicht das eigentliche Problem darstellen.

Vielmehr zerre der Lärm an den Neven der Halterner, der bei der Beschleunigung und bei hohen Geschwindigkeiten der Motorräder entstehe. Auch in anderen Bereichen der Stadt existiere dieses Probleme - zum Beispiel auf der Dorstener Straße, auf dem Flaesheimer Damm und auf der Westruper Straße.

„Ich bin überzeugt, dass es eine abschreckende Wirkung hätte, wenn die Polizei zu Beginn der Motorradsaison ordentlich blitzen würde“, schlug Bodo Klimpel vor.

Mechthild Panhuber erwiderte, dass Kontrollen zu Beginn jeder Motorradsaison bereits zur Landesstrategie der Polizei gehörten. Auch die Poli-Tour, zu dem die Polizei Kradfahrer zweimal im Jahr einlädt, diene dazu, für Rücksicht auf der Straße zu werben.

Polizei kann nicht überall gleichzeitig kontrollieren

Die Polizei könne aber immer nur punktuell aktiv werden. „Mehr als das wir unser Bestes geben, können wir nicht“, sagte Mechthild Panhuber. Bürgermeister Bodo Klimpel machte deutlich, wie wichtig es für eine Stadt wie Haltern sei, das Lärmproblem auf den Straßen in den Griff zu bekommen. An manchen Tagen könne der Andrang durch Ausflügler in der Stadt kaum noch gehändelt werden.

Auf der Hullerner Straße, der Weseler Straße sowie der Münsterstraße und der Sythener Straße wurde vor wenigen Monaten von Straßen.NRW so genannter Flüsterasphalt aufgebracht, um die Lärmbelästigung zu verringern. Nicht alle Anwohner sind allerdings mit dieser Lösung zufrieden. An der Münsterstraße und der Sythener Straße wird unter anderem ein Tempolimit und sogar ein Fahrverbot für Motorradfahrer an Sonn- und Feiertagen gefordert.

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