Polizei an Unfallkreuzung: Anwohner waren dankbar für Gespräche

dzRömerstraße/Drususstraße

Höchst willkommen war die Polizei am Freitag an der Ecke Römer-/Drususstraße. Hier war eine Radfahrerin tödlich verunglückt. „Der Unfall hat uns nicht überrascht“, sagt Marina Griesbach.

19.06.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über so viel Polizeipräsenz an der Kreuzung Römerstraße/Drususstraße wunderten sich Rad- und Autofahrer am Freitag. Verkehrssicherheitsberater des Polizeipräsidiums Recklinghausen waren vor Ort, um nach dem tödlichen Unfall am 25. Mai die Situation in Augenschein zu nehmen und mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die waren sehr dankbar.

„Ich wollte mich schon lange bei der Polizei melden“, sagte ein Anwohner der Römerstraße. Er beobachte täglich, dass Autos auf der abschüssigen Straße viel zu schnell unterwegs seien. „Hier ist zwar das Tempo auf 30 gedrosselt, aber es müssten dringend entsprechende Schilder aufgestellt werden, um Autofahrern das Limit bewusst zu machen“, sagte der Halterner, der mit Rad und Hund unterwegs war. Bislang ist Tempo 30 als Hinweis mit weißer Farbe auf der Fahrbahn markiert.

„An dieser Kreuzung muss man immer mitdenken“

Als gefährlich nimmt auch Marina Griesbach die Situation wahr, vor allem an der Unfallkreuzung. „Meine Familie und mich hat es nicht überrascht, dass es hier einen solch schweren Unfall gegeben hat“, sagte sie gegenüber der Halterner Zeitung. Wer diese Kreuzung passiere, müsse immer aufpassen und mitdenken.

Ein Vorschlag beim Ortstermin war, die Allee zwischen den Fahrbahnen der Römerstraße als Radweg auszuweisen.

Ein Vorschlag beim Ortstermin war, die Allee zwischen den Fahrbahnen der Römerstraße als Radweg auszuweisen. © Elisabeth Schrief

Michael Grüning, Opferschutzbeauftragter der Polizei, war nach dem Unfall, bei dem eine 62-jährige Pedelec-Fahrerin aus Voerde unter einen Lkw geraten und kurz danach verstorben war, mit den Angehörigen vor Ort. „Ortsunkundige müssen an dieser Ecke besonders aufpassen“, stellt er fest. Auf der Römerstraße gilt Rechts vor Links. Aber manche Autofahrer, so hat Grüning beobachtet, nähmen ziemlich forsch die Vorfahrtsregelung in Anspruch.

Die Abschüssigkeit der Straße stelle vor allem für Radfahrer ein Risiko dar, weil sie hier zügig Geschwindigkeit gewännen und im Zweifel nicht mehr rechtzeitig abbremsen könnten. Auch ohne Pedelec erreichten Radfahrer ein Tempo von 25 bis 30 km/h: „Das ist äußerst gefährlich.“

Kommission berät über mögliche Änderungen

Die Kreuzung Römer-/Drususstraße steht exemplarisch für andere in Haltern. Grundsätzlich gelte, dass kein Verkehrsteilnehmer sich die Vorfahrt erzwingen dürfe. „Wer Vorfahrt hat, muss sich mit angemessener Geschwindigkeit der Kreuzung nähern und auch mal bremsen“, erklärt Verkehrssicherheitsberater Gerhard Pyszny.

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Die Erfahrungen des Besuchs in Haltern werden nach Auskunft von Gerhard Pyszny im Polizeipräsidium aufgearbeitet und dann Thema beim nächsten Treffen der Verkehrsunfallkommission sein. Dann müsse diskutiert werden, ob Veränderungen an der Römerstraße notwendig seien.

Ziel der Präsenz von fünf Polizeibeamten war am Freitag auch, Verkehrsunfallprävention zu betreiben. „Wir werben für Verständnis und die Bereitschaft zu verantwortungsbewusstem Verhalten im Straßenverkehr“, sagt Michael Grüning. Er rät Radfahrern grundsätzlich zum Tragen eines Helms. „Der rettet in über 90 Prozent der Unfälle Leben.“

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