Peta zeigt Halterner Hof wegen mutmaßlicher Tierquälerei an

dzTierschutz

Der Verein Peta hat eine Strafanzeige gegen einen Bauernhof in Haltern am See gestellt. Die Tierschützer sprechen von vernachlässigten Tieren, der Konflikt hat eine jahrelange Vorgeschichte.

Sythen

, 30.08.2019, 16:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tierschutzwidrige Zustände statt ländlicher Idylle“: So beginnt die Pressemitteilung, mit der die Tierrechtsorganisation Peta ihre Strafanzeige gegen einen Halterner Betrieb veröffentlicht. Auf beigefügten Fotos sind Ziegen mit eingewachsenen Hörnern und vernachlässigten Hufen zu sehen. Ein totes Lamm liegt auf einer Wiese.

Die Fotos, die den Halterner Hof belasten sollen, zeigen allerdings keinerlei Umgebung. Sie könnten praktisch überall gemacht worden sein - sie sollen aber auf dem Prickings-Hof in Haltern-Sythen entstanden sein. Ein Zeuge habe die Bilder am 13. Juni aufgenommen, berichtet Peta-Sprecherin Carolin von Schmude auf Anfrage.

Peta zeigt Halterner Hof wegen mutmaßlicher Tierquälerei an

Dieses von Peta veröffentlichte Foto mit stark eingewachsenem Horn soll auf dem Prickings-Hof entstanden sein. Beweise liegen unserer Redaktion dafür nicht vor. © Peta Deutschland

Bereits im Jahr 2011 hatte Peta mutmaßliche Missstände in der Tierhaltung auf dem Prickings-Hof angezeigt. Es gab eine Demonstration mit etwa 30 Teilnehmern vor Ort, das Verfahren wurde später eingestellt. Vom Kreis Recklinghausen hieß es damals gegenüber unserer Redaktion: „Die Mitarbeiter haben keine Zustände entdeckt, die ein Einschreiten erforderlich machen würden.“

Peta meint jetzt: „Anscheinend wurden die Tiere trotz des früheren Verfahrens auch in den vergangenen acht Jahren stark vernachlässigt.“ Die neue Strafanzeige richtet sich gegen den Prickings-Hof sowie gegen die Verantwortlichen des Kreis-Veterinäramts. „Die Amtsveterinäre hätten gegen die tierschutzrechtlichen Verstöße des Angezeigten vorgehen und auf diese Weise das Leid der Tiere beenden oder zumindest verringern können“, so die Tierschützer.

„Drei- bis viermal pro Jahr kontrolliert das Amt“

Thomas Döpper, der Chef des Prickings-Hofs, kann die neuen Vorwürfe keinesfalls nachvollziehen. Vor der Anfrage unserer Redaktion habe er auch noch nichts davon gehört, sagt er. „Alle vier Wochen kontrolliert unser Hoftierarzt alle Gehege“, sagt er. Drei- bis viermal pro Jahr komme das Veterinäramt, teils auch unangemeldet. Von Peta heißt es, das Amt kündige seine Besuche an. Vom Kreis Recklinghausen war am Freitagnachmittag keine Stellungnahme zu bekommen.

„Vor vier bis sechs Wochen war das Veterinäramt noch hier“, sagt Thomas Döpper. Da habe man sich jede Ziege angeguckt, wobei keinerlei Mängel festgestellt worden seien. Unter anderem prangert Peta auch aus Holzbalken herausstehende Nägel als Gefahrenquellen an: „Wenn Mitarbeiter Mängel sehen, werden die sofort behoben“, sagt der Chef des Erlebnisbauernhofes. Bekannt wurde der Hof unter anderem durch Events wie das Tractor-Pulling im Frühjahr.

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