Paul Arndt (18) will als einer der jüngsten Kandidaten in den Rat

dzKommunalwahl 2020

Welche Menschen engagieren sich in der Lokalpolitik Haltern? Wir stellen Beispiele vor. Paul Arndt (18) ist einer der jüngsten Kandidaten, die sich für den Stadtrat bewerben.

Haltern

, 02.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang des Jahres war Paul Arndt bei der Gründung der Grünen Jugend Haltern dabei. Seitdem ist viel passiert. Der 18-Jährige beendete mit dem Abitur seine Schullaufbahn am Joseph-König-Gymnasium, freut sich auf sein Lehramtsstudium und kandidiert bei den Kommunalwahlen für Bündnis 90/Die Grünen für den Halterner Stadtrat.

„Ich habe mir gedacht, ich muss doch was machen“, schildert er seinen Weg in die Politik. Mit seinem besten Freund Ben Börger hat Paul Arndt überlegt, welche Partei am besten zu ihnen passen würde. Da das Interesse an Politik über die Bewegung „Fridays for Future“ und die Debatte über das Urheberrecht im Internet entfacht wurde, war die politische Heimat schnell gefunden.

Paul Arndt findet nicht, dass sein Engagement ungewöhnlich ist. Allenfalls der Eintritt in eine politische Organisation sei nicht der übliche Weg, den junge Leute schon im Schüleralter wählen. Die Generation Smartphone drehe sich nicht nur um sich selbst, wie es manchmal in Vorwürfen heißt.

Junge Menschen sind übers Handy gut vernetzt

„Wir benutzen das Handy vielleicht häufiger als andere“, sagt er, „aber wir sind nicht vereinzelt und nutzen die Technik für einen besseren Austausch.“ Bestes Beispiel ist wohl die Initiative „Fridays for Future“, die junge Menschen weltweit zusammenbringt, um für den Klimaschutz zu kämpfen.

„In meiner Jahrgangsstufe am Gymnasium haben sich viele für Politik interessiert“, berichtet Paul Arndt. Die Schüler interessierten sich für bestimmte Themen wie Bildung, Digitalisierung oder Klimaschutz. „Sie denken nicht in Parteien“, macht der politische Geschäftsführer der Grünen Jugend deutlich.

Freude über das entgegengebrachte Vertrauen

Seine Informationen holt er sich überwiegend im Internet. „Die Halterner Zeitung lese ich digital“, erklärt er. Unter anderem nutzt er außerdem eine Nachrichten-App und tauscht sich mit Freunden oder natürlich Parteikollegen aus.

Er will nun mithelfen, die Interessen der Jugend auf lokaler politischer Ebene zu vertreten. Als Paul Arndt gefragt wurde, ob er als Kandidat der Grünen aufgestellt werden möchte, noch dazu auf einem aussichtsreichen Listenplatz, war er dennoch überrascht. An diese Möglichkeit hatte er nicht gedacht und freut sich über das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.

Gelernt, die Zeit gut einzuteilen

Zur Frage, wie er das Engagement in Haltern mit seinem neuen Leben als Student vereinbaren kann, sagt er: „Ich denke, ich bekomme das unter einen Hut.“ Was es heißt, die Grüne Jugend zu organisieren, hat er in den vergangenen Monaten schon erlebt. Zurzeit läuft außerdem der Wahlkampf auf Hochtouren.

„Ich habe bereits gelernt, meine Zeit gut einzuteilen“, schmunzelt der 18-Jährige. Er hat sich auch beim Schreiben des Parteiprogramms der Grünen in Haltern eingebracht. „Ich habe bei den Themen Bildung, Landwirtschaft und Grüne Jugend mit geschrieben“, sagt er.

Aus seiner bisherigen politischen Arbeit nehme er vor allem Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein mit. In der Schule sei er manchmal nervös gewesen, wenn er vor der Klasse oder Stufe sprechen musste. Die Vorstellungsrunden bei den Grünen zur Kandidatenkür seien „noch einmal eine ganz andere Liga gewesen“. „Wenn man das schafft, bleibt man gelassener, wenn man wieder vor Menschen sprechen muss“, meint er.

Manche Dinge brauchen Zeit

Bei der Einarbeitung in die Kommunalpolitik hat er außerdem schon mitgenommen, dass sich Dinge nicht immer im Hauruckverfahren ändern lassen. „Früher habe ich gedacht, wir könnten sofort klimaneutral werden“, führt Paul Arndt aus. Heute sei er da realistischer.

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