Neujahrsempfang in Sythen: Lob für die Gemeinschaft, Kritik am Bauprojekt Betreutes Wohnen

dzSchützenverein Sythen

Viel Lob für das Ehrenamt gab es beim Neujahrsempfang der Sythener Schützen. Trotz aller Dankesreden blieb aber auch Raum für kritische Worte. Im Fokus: Das Betreute-Wohnen-Projekt im Dorf.

Sythen

, 06.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Sythen gibt es eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft. Das wurde beim Neujahrsempfang des Schützenvereins am Sonntag im Schloss deutlich. Bei allem Zusammenhalt aber waren auch kritische Töne im Torhaus zu hören.

Rund 100 Gäste konnte Matthias Schwaczkowski am Vormittag zum 31. Neujahrsempfang begrüßen. Der Vorsitzende der Sythener Schützen stimmte sie auf das diesjährige Jubiläumsjahr ein - der Schützenverein Sythen besteht seit nunmehr 175 Jahren. Mit der Thronwanderung am 7. März, der Kaiservogeltaufe und -party am 2. Mai und dem Schützenfest vom 21. bis zum 23. August nannte Schwaczkowski erste wichtige Termine.

Bürgermeister Klimpel steht für „offene Gespräche“ zur Verfügung

Schützenbruder Bodo Klimpel, der am Sonntag zum letzten Mal auch als Bürgermeister am Rednerpult stand, entschuldigte sich erneut wegen der aktuellen Entwicklungen im Elterbreischlag. Wie berichtet, ist in dem Neubaugebiet, in dem überwiegend Einfamilienhäuser stehen, eine gewaltige zweigeschossige Häuserreihe entstanden, in der 35 Wohnungen für Betreutes Wohnungen geplant sind.

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Gegenüber den Eigentümern der Einfamilienhäuser, die empört und sauer sind, war stets nur von fünf einzelnen Stadtvillen die Rede gewesen. Klimpel betonte ausdrücklich, für Gespräche mit den Anwohnern zur Verfügung zu stehen. Er wolle offen und transparent erklären, wie es zu dem Alleingang der Stadt gekommen sei.

Kritik auch von Kiepenkerl und Pfarrer

Auch Kiepenkerl Paul Schrör und Pfarrer Karl Henschel („Klein-Manhattan-Fassade“) kritisierten den Zustand im Elterbreischlag. Verständnis äußerte der Geistliche für die mangelnde Bereitschaft einiger Anwohner, jetzt nur noch über „Farbtöne oder Rasenmischungen“ zu diskutieren. Die Stadt hat die Nachbarn für Freitag zum Gespräch über die weitere Gestaltung des riesigen Gebäudekomplexes eingeladen.

Gegen Verkehrslärm und Besucherströme am Silbersee I

Schrör machte sich zudem „für die Natur“ und gegen eine mögliche Zunahme der Veranstaltungen am Silbersee I und damit einhergehender Besucherströme stark. Auch gegen den Verkehrslärm, dem die Anwohner der Sythener Straße ausgeliefert seien, sprach er sich aus. Eine Unterführung am Sythener Bahnhof hingegen wünscht sich auch der Kiepenkerl.

Viel Applaus für Ehrenamt

Für viele „unfassbar tolle Momente“ während ihrer bisherigen Regentschaft bedankten sich König Martin I. Hagemann und Königin Julia I. Beermann. Vielfach gratuliert wurde Marlies Salewski, der „Allzweckwaffe des Heimatvereins“ (Klimpel), die im vergangenen Jahr mit dem Bürgerpreis Ehrenamt ausgezeichnet worden war. Und auch generell gab es viel Lob für den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer aller Sythener Vereine. Bodo Klimpel betonte: „Sythen ist eine lebendige, zupackende Dorfgemeinschaft.“

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