Neue Stromverteilung für die Energiewende in Kusenhorst

Energiewende

Am Umspannwerk Kusenhorst wurde eine Kompensationsanlage für die zukünftige Stromverteilung in Betrieb genommen. Sie macht die Stromnetze fit für regenerative Energien.

Haltern

, 01.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Anlage wurde gestartet von (v.l.): Ludger Meier, Leiter Betrieb und Projektierung bei Amprion, Werner Arndt, Bürgermeister Stadt Marl, Dr. Beatrix Natter (Siemens Energy) und Dr. Klaus Kleinekorte, technischer Geschäftsführer Amprion. 

Die Anlage wurde gestartet von (v.l.): Ludger Meier, Leiter Betrieb und Projektierung bei Amprion, Werner Arndt, Bürgermeister Stadt Marl, Dr. Beatrix Natter (Siemens Energy) und Dr. Klaus Kleinekorte, technischer Geschäftsführer Amprion. © Frank Peterschroeder

Die Energiewende stellt die Stromversorger vor große Herausforderungen. Spannungsschwankungen auszugleichen, die im Zuge der Nutzung regenerativer Energien entstehen, ist eine fundamentale Zukunftsaufgabe. Auf diesem Weg stellte die Inbetriebnahme einer Blindleistungs-Kompensationsanlage (STATCOM) im Umspannwerk Kusenhorst an der Stadtgrenze Marl/Haltern vor wenigen Tagen einen Meilenstein dar.

„Stromnetze müssen neu ausgerichtet werden“

Die Anlage wurde von der Amprion GmbH, dem verantwortlichen Höchstleistungs-Netzbetreiber mit Hauptsitz in Dortmund, errichtet. Gebaut wurde die neue Anlage von Siemens Energy. Ludger Meier, Leiter Betrieb und Projektierung bei Amprion, erläuterte vor Ort die Bedeutung der neuen Anlage.

„Der steigende Anteil an regenerativen Erzeugungsanlagen und die zunehmende Transportentfernung von der Erzeugung zu den Verbrauchszentren bedeuten, dass Stromnetze für die Zukunft neu ausgerichtet werden müssen. Schlüsselelement ist dabei unter anderem die schnelle Regelbarkeit der Netzspannung. Mit der neuen STATCOM-Anlage für die Umspannanlage Kusenhorst investieren wir in die Systemsicherheit und kommen hiermit unserer Verantwortung für einen sicheren Netzbetrieb nach“, so Meyer. Insgesamt hat Amprion 37 Millionen Euro in die Erweiterung der Umspannanlage Kusenhorst investiert.

Strom auch für die Halterner Stadtwerke

Amprion betreibt die Anlage an der Wulfener Straße / Ecke Dorstener Straße seit 1962. Sie verbindet das 380-Kilovolt-Übertragungsnetz mit dem örtlichen 110-Kilovolt-Netz, das die Energie regional weiterverteilt. Zuletzt wurde die Umspannanlage Kusenhorst 2016 modernisiert. „Auch die Halterner Stadtwerke beziehen Strom von Amprion, dem vorgelagerten Netzbetreiber“, informiert deren Sprecher Thomas Liedtke.

Am Umspannwerk Kusenhorst wurde eine neue Kompensationsanlage in Betrieb genommen.

Am Umspannwerk Kusenhorst wurde eine neue Kompensationsanlage in Betrieb genommen. © Jürgen Wolter

„Für die Energieübertragung mit Wechselstrom ist Blindleistung erforderlich. Sie stützt die Spannung im Netz bei der Übertragung großer Leistungen über weite Strecken. Solche weiträumigen Stromtransporte sind zum Beispiel erforderlich, um Windstrom aus dem Norden im industriereichen Süden Deutschlands nutzen zu können. Bisher wurde sie vor allem von den Generatoren der Großkraftwerke bereitgestellt. Da viele von ihnen im Zuge der Energiewende vom Netz gehen, reagiert Amprion mit der Installation von Blindleistungskompensationsanlagen. Je nach Bedarf kann die neue STATCOM-Anlage die Spannung im Netz anheben oder absenken, um so zu einem stabilen Netz beizutragen“, erläutert Amprion.

Die STATCOM-Anlage besteht aus mehreren Gebäudeteilen, die bis zu zehn Meter hoch sind und eine Fläche von circa 1.000 Quadratmetern umfassen. Der Transformator sowie der Außenkühler der Anlage befinden sich außerhalb der Gebäude. Amprion betreibt die STATCOM-Anlage ferngesteuert über seine Systemführung in Brauweiler bei Köln.

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