Die Mufflons haben sich an die Ruhe im Park gewöhnt. © Naturwildpark Granat
Wildpark Granat

Naturwildpark Granat: Tiere vermissen Fütterung durch die Besucher

Sie sind an den Besuch der Menschen gewöhnt, die wegen der Corona-bedingten Schließung ausbleiben: Die Tiere im Naturwildpark Granat „schieben jetzt eine ruhige Kugel.“

Ein großer Strom von Besuchern wandert normalerweise Tag für Tag durch ihre Gehege: Die Wildtiere im Naturwildpark Granat führen zurzeit ein ruhigeres und ungestörteres Leben als sonst, denn der Park ist wegen des Corona-Lockdowns wieder geschlossen.

Vermissen die Tiere eigentlich die gewohnten Besucherkontakte? Der WDR hatte mit Blick auf den Kölner Zoo berichtet, dass die Tierpfleger dort einige Verhaltensänderungen an den Zootieren bemerkt haben, die möglicherweise auf die fehlenden Besucher zurückzuführen sind. So halten die Erdmännchen öfter Ausschau und die Giraffen recken die Hälse, wenn ihre Pfleger auftauchen.

Leben wie unter Naturbedingungen

„Dass unsere Tiere die Besucher vermissen, kann man so nicht sagen“, findet allerdings Holger Beckmann, Betreiber des Naturwildparks Granat, auf Nachfrage. „Das liegt auch daran, dass in unseren Freigehegen größere Gruppen unterwegs sind, die in dem großen Gelände ähnlich wie unter Naturbedingungen leben. Was sie vielleicht vermissen ist, dass sie sonst von den Besuchern gefüttert werden. Das lieben sie natürlich schon.“

Holger Beckmann betreibt den Naturwildpark Granat.
Holger Beckmann betreibt den Naturwildpark Granat. © Jürgen Wolter (Archiv) © Jürgen Wolter (Archiv)

Trotz Schließung geht der Betrieb im Park wie gewohnt weiter. Die Tierpfleger kümmern sich um die Tiere und sorgen für die Fütterung. „Auf Futter sind die Tiere natürlich fixiert“, sagt Holger Beckmann. „Wenn ein Pfleger mit Eimer kommt, dann ist der Luchs da und hat ihn im Blick, wenn er keinen Eimer dabei hat, interessiert ihn das weniger.“

Sommergeschäft lief sehr gut

Den inzwischen zweiten Lockdown des Jahres hat der Naturwildpark bisher relativ gut überstanden. „Zum Glück lief das Sommergeschäft sehr gut“, sagt Holger Beckmann. „Wir hatten mehr Besucher als in den Vorjahren.“ Das habe höchstwahrscheinlich ebenfalls mit Corona zu tun, so Beckmann.

„Viele Urlaube mussten storniert werden und die Leute haben sich auf die Ausflugsziele in der Region konzentriert. Das konnte man deutlich merken.“

Die Tiere im Wildpark vermissen die Fütterungen durch die Besuche
Die Tiere im Wildpark vermissen die Fütterungen durch die Besucher. © Foto: Jürgen Wolter © Foto: Jürgen Wolter

Im Naturwildpark laufen die Kosten immer in gleicher Höhe weiter, unabhängig davon, ob Besucher kommen oder nicht. Im Frühjahr beim ersten Lockdown hatte der Park deshalb mit Schwierigkeiten zu kämpfen, zurzeit ist die Situation aber entspannter. „Wir haben sowieso zuletzt Anfang Dezember immer drei Wochen Betriebsferien gemacht“, sagt Holger Beckmann, „denn das ist die Zeit, in der am wenigsten los ist. Das machen wir in diesem Jahr auch.“

Regulär sei geplant, am 21. Dezember wieder zu öffnen. „Auch wenn die Maßnahmen gegen Corona jetzt verlängert werden, hoffen wir, dass es dann vielleicht wieder losgehen kann“.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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