Naturschützer lehnen Windpark-Projekt in Merfeld ab

Halterner Landwirte beteiligt

Hoffnungsvoll, mit viel Rückenwind trieben 95 Gesellschafter, darunter 13 Landwirte aus Haltern, die Entwicklung eines Bürgerwindparks in Merfeld voran. In diesem Jahr sollte das erste Windrad gebaut werden. Jetzt aber wird das Projekt flügellahm.

HALTERN

von Von Elisabeth Schrief

, 13.08.2013, 18:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Gemeinsam mit den Naturschutzverbänden BUND und Nabu wollen die Halterner den Windpark, der sich von der A 43 bis zum Merfelder Bruch erstreckt, verhindern. Die direkt an die Planfläche angrenzenden und auch auf Halterner Gebiet liegenden Naturschutz-, FFH- und Europäischen Vogelschutzgebiete „Teiche in der Heubachniederung“ würden nach ihrer Überzeugung über die geplanten Windkraftanlagen abgeriegelt. „Die Ziele der Energiepolitik sind richtig, aber sie müssen auch in den richtigen Gebieten umgesetzt werden“, so Walter Fleuster. Seine Mitstreiter schlagen als Alternative einen interkommunalen Windpark Dülmen/Coesfeld westlich von Merfeld vor.

Drei Gutachter, ausgewiesene Experten in der Ornithologie, werden im Rahmen ihrer Beurteilung bis Juli 2014 unter anderem den Zug der Vögel dokumentieren. Der Halterner Natur- und Vogelschutzverein wird sich an den Kosten beteiligen. „Es darf nicht sein“, so Walter Fleuster, „dass ein herausragend wichtiges Gebiet für Naherholung und Naturschutz durch einen Windpark massiv in Mitleidenschaft gezogen wird“. Weißes Venn, Merfelder Bruch und Teichgut Hausdülmen – Gebiete, die teilweise zu Haltern gehören – seien wichtiges Rastgebiet für Enten, Gänse, Kraniche und Schnepfenvögel. Das Gutachten der Windpark-Entwicklungsgesellschaft erkennt die Besonderheit des Gebietes zwar an, für einen Windpark sei diese allerdings nicht relevant. Diese Aussage können die Naturschutzverbände nicht nachvollziehen.

Die Dülmener FDP, Grüne, UWG und Linke sind inzwischen zu Gegnern des Projektes geworden. Die Anlagen würden eine einmalige Vogelzugroute für immer zerstören. Die Stadt hält derweil am Standort fest, weil das Landesamt für Natur und Umwelt selbst das Merfelder Areal als Windpotenzialfläche ermittelt habe, so Bürgermeisterin Lisa Stremlau.

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