Das alte Haus im Rücken des Halterner Bahnhofs (gegenüber vom neuen Park&Ride-Parkplatz) brannte vollständig aus. © Elisabeth Schrief
Am Ikenkamp

Nachbarin schlug Alarm: Feuer zerstört Haus hinter Halterns Bahnhof

Das alte, leerstehende Haus am Ikenkamp, im Rücken des Halterner Bahnhofs, ist am frühen Freitagmorgen zu einer Ruine heruntergebrannt. Es diente lange als illegaler Unterschlupf.

Am frühen Freitagmorgen gegen 1.30 Uhr schlugen Flammen meterhoch in den Nachthimmel. „Auf einmal war es hell und laut und ein beißender Geruch lag in der Luft“, berichtet die junge Mutter von zwei Kindern, die den Brand des alten, leerstehenden Hauses am Ikenkamp zuerst entdeckte. Sie wohnt mit ihrer Familie auf dem Nachbargrundstück. Das Feuer riss sie unvermittelt aus dem Schlaf.

Unverzüglich schlug sie bei der Feuerwehr Alarm. Als die Kräfte vor Ort eintrafen, brannte das alte, unterkellerte Gebäude an der Straße „Zum Ikenkamp“ bereits lichterloh, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Feuerwehr war stundenlang mit den Löscharbeiten beschäftigt. Noch am Morgen lag ein unangenehmer Brandgeruch über der Parzelle am Ikenkamp im Rücken des Halterner Bahnhofs.

Dieses Foto zeigt, wie die Flammen meterhoch in den Himmel schlugen. © Noah Bertsch © Noah Bertsch

Das Haus, eine zum Teil ausgemauerte Holzkonstruktion, brannte fast vollständig aus. Die Nachbarin ist froh, dass sich das Feuer nicht durch das hohe Gestrüpp rund ums Haus weiter ausgebreitet und möglicherweise noch andere in Gefahr gebracht hat.

Das Haus war leer, verletzt wurde niemand

Verletzt wurde aber glücklicherweise niemand. Ob sich vor Brandausbruch jemand im Haus befunden hat, ist unklar. Die Feuerwehr sei jedenfalls sehr schnell am Einsatzort gewesen, berichtet die Nachbarin. Feuerwehrleute der hauptamtlichen Wache sowie des Löschzuges Mitte und der Löscheinheiten Flaesheim und Hullern sowie die Polizei eilten in der Nacht zum Ikenkamp.

Eigentümer des Grundstücks ist die 2007 gegründete Firma Mika Metallverarbeitungstechnik von der Annabergstraße. Sie hat vor über zwei Jahren das 4600 Quadratmeter große Areal gekauft, um dort in nächster Zeit neue Produktionshallen zu bauen. Das alte Haus ließen die Firmeninhaber, drei Brüder, seit dem Grundstückskauf stehen. Sie hätten es immer wieder von Neuem verriegelt und gesichert, weil sich häufig ungebetene Gäste dort einquartiert hätten, berichten sie.

Polizei wurde häufiger wegen Ruhestörung gerufen

Die Nachbarin erzählt davon, dass gerade noch in den vergangenen Tagen Unbekannte Matratzen und Schlafsäcke in das verwahrloste Haus getragen hätten. Sie habe dort häufig Leute gesehen. Auch die Polizei und das Halterner Ordnungsamt waren immer mal wieder vor Ort. Sie wurden wegen nächtlicher Ruhestörung und Hausfriedensbruch zum Ikenkamp gerufen.

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Brand am Ikenkamp

Der Besitzer des Nachbargrundstücks bestätigt das. Er habe mehrere Male bei der Polizei angerufen. Das Haus sei im Laufe der Jahre immer weiter demoliert und verdreckt worden. Er ist froh, dass sich nun niemand dort mehr einnisten kann.

Der Gesamtschaden kann noch nicht beziffert werden

Die Polizei hat noch am Freitagmorgen die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und mit den Eigentümern gesprochen. Der Gesamtschaden kann noch nicht beziffert werden. Sie bittet zur Aufklärung des Brandes um Hinweise aus der Bevölkerung unter Tel. (0800) 2361 111.

Die Eigentümer hatten den Abriss des kleinen Hauses zum Baustart für ihr neues Projekt geplant. Jetzt warten sie zunächst die Ermittlungen ab. Mit der Eröffnung der neuen Park&Ride-Anlage am Bahnhof beabsichtigen sie eigentlich, zunächst das Firmengelände zu umzäunen und die Front mit Firmenbannern zu verschönern. Der Zaun ist bestellt. Aber jetzt steht erst einmal die Abwicklung des Brandes und seiner Folgen im Mittelpunkt.

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Elisabeth Schrief

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