Nach Privatfeier: Halterner erhält überraschend positives Testergebnis

dzCorona-Virus

Ein Mann aus Haltern hat zu Beginn der Woche erfahren, dass er positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Weil er zuvor an einer Privatfeier teilnahm, hat der Fall nun weite Kreise gezogen.

Haltern

, 28.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Robert-Koch-Institut (RKI) riet kürzlich dazu, Feiern auf den engsten Familien- und Freundeskreis zu beschränken. Die erhöhten Fallzahlen in den letzten Tagen seien insbesondere auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Laut RKI treten aber auch vermehrt Fälle in Zusammenhang mit Feiern im Familien und Freundeskreis auf. Wie sensibel dieses Thema auch für die lokalen Gastronomen ist, zeigt ein aktueller Fall aus Haltern.

Es geht dabei um einen Mann, der nach Informationen unserer Zeitung als Lehrer beschäftigt ist und außerhalb von Haltern unterrichtet. Er hat am Dienstag erfahren, dass er sich mit dem Corona-Virus infiziert hat. Gerechnet hatte er damit offensichtlich nicht. Denn: Über Symptome soll er nicht geklagt haben. Als Lehrer hatte er sich schlichtweg einem Routine-Test unterzogen.

Geschlossene Gesellschaft

Bitter: Noch am Samstag zuvor nahm der Halterner an einer Privatfeier in der „Kombüse“ teil, zu der ihn eine Bekannte eingeladen hatte. Christian Zehren, der das Lokal in der Stadtmühlenbucht zusammen mit Andreas Kleimann betreibt, bestätigt dies auf Anfrage. „Es handelte sich bei der Party um eine geschlossene Gesellschaft. Es sind keine anderen Gäste involviert gewesen.“

Jetzt lesen

Als er am Dienstag von der Gastgeberin der Party über das positive Ergebnis unterrichtet wurde, habe man umgehend eine lückenlose Gästeliste zur Kontaktverfolgung zur Verfügung gestellt. Drei Mitarbeiter, aber auch Gäste der Party, hätten eine Testpflicht und häusliche Isolation verordnet bekommen. Für ihn, so Zehren, sei besonders wichtig, alle Auflagen der gültigen Corona-Schutzverordnung beachtet zu haben. „Das haben wir und das werden wir natürlich auch weiterhin machen.“

Einige Ergebnisse stehen noch aus

Mit seinen drei Mitarbeitern sowie der Gastgeberin befinde er sich im stetigen Austausch. „Noch liegen nicht alle Ergebnisse vor, doch die bisherigen Testungen sind erfreulicherweise durchweg negativ verlaufen.“ Die Betroffenen müssten dennoch weiter in Quarantäne bleiben und würden auch ein zweites Mal getestet werden.

Der Kreis will sich zu diesem konkreten Fall „aus Datenschutzgründen“ nicht äußern. Kreissprecher Jochem Manz: „Das dürfen wir nur, wenn ein berechtigtes öffentliches Interesse besteht, weil zum Beispiel eine Schule oder ein Kindergarten betroffen ist.“ Da unserer Redaktion nicht bekannt ist, an welcher Schule der Lehrer unterrichtet, könne er „in diesem konkreten Fall auch keine weitere Angaben machen“.

Jetzt lesen

Halterns Stadtsprecher Georg Bockey sagt: „Wir erfahren grundsätzlich nicht, wie und wo sich in Haltern betroffene Personen infiziert haben. Aber wir kriegen Personendaten übermittelt, wenn es erforderlich wird, Personen per Verfügung in Quarantäne zu schicken. Das beschäftigt uns seit Ausbruch der Pandemie natürlich immer wieder.“

Sorgen um die Perspektive der Gastronomie

Christian Zehren sorgt sich um die Perspektive der Gastronomie. „Obwohl wir ja nichts falsch gemacht haben. So ein Fall, der genauso in jedem anderen Lokal oder auch bei einer Privatfeier im Garten passieren kann, führt aber womöglich zu Verunsicherung.“ Er vermute, dass viele Halterner Gastronomen in den kommenden Monaten „weiter um ihre Existenz kämpfen müssen“.

In Haltern gäbe es glücklicherweise viele sehr verantwortungsbewusste Betreiber, die im Rahmen der Möglichkeiten und Notwendigkeiten alles dafür tun, um ein mögliches Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. „Es gibt daher aus meiner Sicht auch keinerlei Grund, in Panik zu verfallen. Bei Feiern in den Restaurants lassen sich Hygienemaßnahmen oftmals besser umsetzen als im privaten Bereich.“ Letztlich müsse aber jeder für sich selbst entscheiden, wie er seine Feier gestalte. Zehren: „Das Wohlbefinden und die Gesundheit unserer Gäste und Mitarbeiter hat für uns als Gastronomen stets die oberste Priorität.“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will private Feiern übrigens nicht weiter beschränken. Unter den Bundesländern gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wie hoch während der Corona-Pandemie die Teilnehmergrenze für private Feierlichkeiten sein soll. Aktuell reichen die Obergrenzen bei privaten Feiern von 25 Teilnehmern in Hamburg bis zu 500 in Berlin. In NRW gilt die Grenze von 150 Menschen bei einem „herausragenden Anlass“. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat am Donnerstag deutlich gemacht, dass er diese Regelung beibehalten will - obwohl die Zahl der Coronavirus-Infektionen zuletzt wieder gestiegen ist.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt