Nach Kyrill hat der Mischwald eine Chance

Aufforstungen

Es müssen unglaubliche Szenen gewesen sein, die sich vom 18. auf den 19. Januar 2007 in den Wäldern abspielten. Der Orkan „Kyrill“ knickte Bäume wie Strohhalme. Die Schäden: verheerend. Mittlerweile wurden viele Flächen wieder aufgeforstet.

HALTERN

von Von Daniel Sczekalla

, 17.01.2012, 17:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fast 12 Hektar Wald wurden allein im Forstbezirk Flaesheim vom Sturm beschädigt. RVR-Förster Harald Klingebiel zieht Bilanz.

Fast 12 Hektar Wald wurden allein im Forstbezirk Flaesheim vom Sturm beschädigt. RVR-Förster Harald Klingebiel zieht Bilanz.

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Eine Besichtigung der Haard

Vor fünf Jahren verwüstete der Orkan "Kyrill" große Waldflächen. Besonders stark war die Haard betroffen. Doch viele Flächen wurden wieder aufgeforstet.
17.01.2012
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Fast 12 Hektar Wald wurden allein im Forstbezirk Flaesheim vom Sturm beschädigt. RVR-Förster Harald Klingebiel zieht Bilanz.© Foto: Daniel Sczekalla
Fast 12 Hektar Wald wurden allein im Forstbezirk Flaesheim vom Sturm beschädigt.© Foto: Daniel Sczekalla
Harald Klingebiel zeigt die Schäden, die Kyrill hinterlassen hat.© Foto: Daniel Sczekalla
Zwar waren über 90 Prozent der Bäume, die Kyrill zum Opfer fielen, waren Nadelbäume, ganz auf sie verzichten will Harald Klingebiel aber nicht.© Foto: Daniel Sczekalla
Nicht alles Totholz muss weg. Es bildet Lebensraum für Pilze und Lebewesen, die es zersetzen. Dadurch wird außerdem dem Boden Nährstoff für neue Pflanzen zurückgegeben.© Foto: Daniel Sczekalla
12,6 Hektar Fläche war im Waldgebiet für das Harald Klingebiel zuständig ist, von Schäden betroffen.© Foto: Daniel Sczekalla
Verstärkt auf Laubbäume, die sich den wandelden Klimabedingungen anpassen können, will RVR-Förster Harald Klingebiel setzen.© Foto: Daniel Sczekalla
Viele Bäume hatte der Sturm entwurzelt, manche wurde einfach umgeknickt.© Foto: Daniel Sczekalla
Ein Problem: Die jungen Bäume aus den Baumschulen sind voll mit Nährstoffen, das macht ihre Knospen besonders für Rotwild lecker.© Foto: Daniel Sczekalla
Nicht alles muss von Menschenhand aufgeforstet werden. Die Natur leistet selbst schon ganz Arbeit. Hier wachsen bereits neue Kiefern.© Foto: Daniel Sczekalla
Fünf Jahre nach Kyrill sind die Spuren im Halterner Wald noch deutlich sichtbar. Große Flächen von Bäumen wurden von dem Sturm komplett umgeworfen.© Foto: Daniel Sczekalla
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Rund 100 Hektar Wald wurden in der Haard zerstört. Besonders betroffen waren die Nadelbäume der Haard. Viele der umgestürzten und entwurzelten Bäume waren Kiefern. Sie waren teilweise vorher schon von Borkenkäfern befallen, mussten gefällt werden und hinterließen Lücken, die anderen Bäumen keinen Schutz mehr vor dem Sturm boten. Zu den langanhaltenden hohen Windgeschwindigkeiten kam dann noch ein von langem Regen durchnässter Boden.

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Vor fünf Jahren verwüstete der Orkan "Kyrill" große Waldflächen. Besonders stark war die Haard betroffen. Doch viele Flächen wurden wieder aufgeforstet.
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Fast 12 Hektar Wald wurden allein im Forstbezirk Flaesheim vom Sturm beschädigt. RVR-Förster Harald Klingebiel zieht Bilanz.© Foto: Daniel Sczekalla
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Harald Klingebiel zeigt die Schäden, die Kyrill hinterlassen hat.© Foto: Daniel Sczekalla
Zwar waren über 90 Prozent der Bäume, die Kyrill zum Opfer fielen, waren Nadelbäume, ganz auf sie verzichten will Harald Klingebiel aber nicht.© Foto: Daniel Sczekalla
Nicht alles Totholz muss weg. Es bildet Lebensraum für Pilze und Lebewesen, die es zersetzen. Dadurch wird außerdem dem Boden Nährstoff für neue Pflanzen zurückgegeben.© Foto: Daniel Sczekalla
12,6 Hektar Fläche war im Waldgebiet für das Harald Klingebiel zuständig ist, von Schäden betroffen.© Foto: Daniel Sczekalla
Verstärkt auf Laubbäume, die sich den wandelden Klimabedingungen anpassen können, will RVR-Förster Harald Klingebiel setzen.© Foto: Daniel Sczekalla
Viele Bäume hatte der Sturm entwurzelt, manche wurde einfach umgeknickt.© Foto: Daniel Sczekalla
Ein Problem: Die jungen Bäume aus den Baumschulen sind voll mit Nährstoffen, das macht ihre Knospen besonders für Rotwild lecker.© Foto: Daniel Sczekalla
Nicht alles muss von Menschenhand aufgeforstet werden. Die Natur leistet selbst schon ganz Arbeit. Hier wachsen bereits neue Kiefern.© Foto: Daniel Sczekalla
Fünf Jahre nach Kyrill sind die Spuren im Halterner Wald noch deutlich sichtbar. Große Flächen von Bäumen wurden von dem Sturm komplett umgeworfen.© Foto: Daniel Sczekalla
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Daraus will man lernen und für die Zukunft gerüstet sein. So will der 47-Jährige verstärkt auf einen aus Nadel- und Laubbäumen gemischten Wald setzen. Gerade die Buche scheint dazu ideal geeignet, da sie genau in die Klima-Region Mitteleuropas passt. Auch mit Blick auf den Klimawandel. „So lange das angestrebte Ziel von plus zwei Grad Celsius nicht überschritten wird, dürfte sich die Buche hier gut halten“, ist sich Klingebiel sicher. Der Vorteil der Laubbäume liegt für ihn auf der Hand. Nicht nur, dass sie heimischer als die Nadelbäume sind, so haben sie auch stabilere Wurzeln und sind somit standfester.Doch nicht alles soll von Menschenhand aufgeforstet werden. So will der Förster auch die natürliche Dynamik des Standortes nutzen. Was sich an Baumarten verbreitet, soll lediglich unterstützt werden. Wo sich überwiegend Nadelbäume breit machen, sollen Laubbäume hinzukommen und umgekehrt. „Das ist kostengünstiger und wir müssen selbst nicht mehr zu viel aufforsten.“ Das Ergebnis ist ein Mischwald, der nicht nur Stürmen, sondern auch sich verändernden Temperaturen besser angepasst ist. Was es nun noch braucht, ist Zeit. Zeit damit die Bäume wachsen können.

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