Nach Flügel-Abbruch: WGH sieht in Windkraftanlagen eine Gefahr

Windkraft in Haltern

Die WGH-Fraktion fordert nach einem Unfall in Lippramsdorf mehr Kontrollen an Halterns Windkraftanlagen. Doch nicht nur die Stadt lehnt das ab.

Haltern

, 23.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Windräder in Haltern im Gegenlicht

Windräder in Haltern im Gegenlicht © Blossey

Die WGH-Fraktion lässt in Sachen Windräder in Haltern nicht locker. Nachdem an einer Anlage an der Weseler Straße ein Flügel abgebrochen ist, fordert sie weiterhin eine sicherheitstechnische Überprüfung aller Windräder in der Stadt. Während die WGH dafür die rechtlich Grundlagen gegeben sieht, lehnt die Verwaltung ein solches Vorgehen mit dem Hinweis darauf ab, dass es durch die Bauordnung nicht zu legitimieren sei.

„Keinesfalls reicht es aus, rein hypothetisch eine Gefahr anzunehmen, also sozusagen vorsorglich gegen den Bauherrn vorzugehen, ohne dass man überhaupt einen konkreten Anlass hat, eine Gefahrensituation anzunehmen“, argumentierte Baudezernent Siegfried Schweigmann im Rat. Bisherige Prüfzyklen hätten sich außerdem als ausreichend bewährt.

Keine Mehrheit für WGH-Antrag

Keine andere Fraktion unterstützte den WGH-Antrag. „Das, was sie fordern, ist rechtswidrig“, sagte Michael Zimmermann (Grüne). Kai Surholt (FDP) wies auf die fehlende Ermächtigungsgrundlage zur Gefahrenabwehr hin.

„Wenn die Betreiber den Versicherungsschutz nicht verlieren wollen, sind Überprüfungen ohnehin Pflicht“, erläuterte Andreas Stegemann (CDU). Beate Pliete (SPD) machte deutlich, dass die Sicherheitsstandards bei den Windkraftanlagen ausreichend seien. Bei 50 von rund 16.000 Anlagen seien Schäden aufgetreten. Ein Schadensfall wie kürzlich sei in Haltern nicht regelmäßig zu erwarten.

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