Die Anti-Rost Aktivitäten in Haltern laufen wieder an

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Das Coronavirus hat auch die ehrenamtlichen Helfer von Anti-Rost ausgebremst. Die Zahl der Reparaturaufträge steigt jetzt aber langsam wieder.

Haltern

, 06.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

30 Aufträge für Kleinstreparaturen haben die Aktiven von Anti-Rost in Haltern am See normalerweise monatlich auf ihrem Auftragszettel. Damit war es ab Mitte März vorbei. Durch das Coronavirus und den folgenden Lockdown kamen auch die Aktivitäten der ehrenamtlichen Helfer nahezu vollständig zum Erliegen.

„Ab Mitte März gab es fast keine Anfragen mehr und auch unsere 14-tägigen Treffen mussten ausfallen, weil das Josefshaus, in dem wir uns regelmäßig treffen, geschlossen war“, berichtet Ulrich Kopp von der Halterner Anti-Rost Gruppe. Im April ging es dann zunächst vereinzelt wieder los, ab Mai stieg die Zahl der Anfragen allmählich wieder an. „Zurzeit kommen wir auf rund 20 Anfragen pro Monat, das ist schon wieder besser, aber noch nicht das vorherige Niveau“, so Ulrich Kopp. „Seit August treffen wir uns alle zwei Wochen wieder.“

Anti-Rost wurde 2013 gegründet

Helfen bei Kleinstreparaturen im Haushalt, bei älteren Menschen: Das ist das Konzept, das Anti-Rost seit 2013 in Haltern umsetzt. Die Idee entstand nach einem Vortrag, den David Schütz von der Caritas seinerzeit in Haltern organisiert hatte. Zusammen mit fünf weiteren Interessierten arbeitete er das Anti-Rost-Konzept „Kleinstreparaturen im Haushalt“ für Haltern am See aus.

Von Anfang an ging es bei etwa jedem dritten Auftrag um das Auswechseln von Leuchtmitteln, Abnehmen/Anbringen von Lampen, Montieren von Rauchmeldern oder andere einfache Elektroarbeiten. Ebenfalls bei etwa einem Drittel der Anfragen werden Reparaturen an Schrank- oder Zimmertüren, Schubladen, Fenstern, Rollläden, Rollos oder Montage von Regalen erledigt. Bei den übrigen Anfragen geht es vor allem um Reparaturen an Wasserarmaturen, Siphons oder Toiletten, zunehmend um Telefon, Fernseher, Computer/Drucker. „Elektro, Holz, Wasser und Computer sind bis heute die großen Aufgabenfelder, für die wir jeweils Spezialisten haben, aber auch Allrounder, die viel Erfahrung in mehreren Bereichen mitbringen“, so Ulrich Kopp.

Ein Plausch bei einer Tasse Kaffee

Vor allem alleinstehende Frauen zwischen 60 und 90 Jahren bitten heute die Anti-Rost Gruppe um Hilfe. Aber es ist oft nicht nur die Reparatur, die gefragt ist. Häufig ist es auch das Gespräch, das gesucht wird, der Plausch bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen. Manchmal werden die ehrenamtlichen Helfer auch mit familiären oder sozialen Problemen konfrontiert. Wo nötig, versuchen sie, weitergehende Hilfen zu organisieren. An solche Begegnungen gerade auch in Coronazeiten, können sich auch Theo Villett und Franz-Josef Bücker vom Anti-Rost-Team erinnern. An Reparaturmaßnahmen mit Maske und auf Abstand erinnert sich Ulrich Kopp. „Das war schon gelegentlich befremdlich“, sagt er.

Grundsätzlich übernimmt Anti-Rost nur kleine Reparaturaufträge im Haushalt , die von Handwerkern normalerweise nicht ausgeführt werden. „Kein Handwerker kommt raus, um ein Leuchtmittel zu wechseln oder eine Schranktür zu richten“, sagt Franz-Josef Bücker. Für die Dienstleistung nehmen die Helfer 5 Euro Aufwandsentschädigung, häufig kommen noch kleine Spenden dazu. Das Geld wird für Material und zwei gesellige Treffen pro Jahr verwendet. Was übrig bleibt, spenden die Anti-Rostler, zuletzt an eine Hausaufgabengruppe für Flüchtlingskinder und die Jugendorganisationen mehrerer Halterner Hilfsdienste.

Neue Mithelfer sind willkommen

Als ehrenamtliche Gruppe der Pfarrei St. Sixtus sind die Mitglieder bei ihren Tätigkeiten über die Pfarrei versichert und können für ihre Treffen das Josefshaus nutzen. Erreichbar ist Anti-Rost über eine Festnetztelefonnummer der Pfarrei.

Aktuell hat die Gruppe 13 Mitglieder, darunter sechs Männer, die schon beim Start 2013 dabei waren, und eine Frau, die schon seit Anfang 2014 dabei ist. In der Corona-Pause hat auch der Zusammenhalt der Gruppe gelitten. „Die regelmäßigen Treffen haben uns gefehlt, denn die Gruppe bietet nicht nur Betätigung, sondern auch Gemeinschaft“, sagt Theo Villet.

Neue Mithelfer - Spezialisten oder Allrounder - sind durchaus willkommen. Wer Interesse hat, kann sich unter der Telefonnummer 9236267 in Haltern melden. Unter dieser Nummer können auch Anfragen an das ehrenamtliche Team gestellt werden.

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