Im Fall der am Sonntagabend abgebrannten Scheune in Hullern laufen die Ermittlungen weiter. Die Brandstelle wurde aus Sicherheitsgründen abgesperrt. © Winkelkotte
Scheunenbrand

Nach Brand in Hullern: Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung

Nach dem Brand einer Scheune in Hullern war ein technischer Defekt als Ursache genannt worden. Nun ermittelt die Polizei gegen einen 37-jährigen Halterner wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Der Brand einer Scheune in Hullern hatte am Sonntagabend einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst und rund 150.000 Euro Sachschaden hinterlassen (wir berichteten mehrfach). Am Montag hatten Brandermittler den Unglücksort unter die Lupe genommen. Die Polizei teilte kurz darauf mit, dass nach Ansicht der Experten ein technischer Defekt das Feuer verursacht haben könnte. Nun stellt sich heraus, dass ein Ermittlungsverfahren gegen einen 37-jährigen Halterner eingeleitet wurde. Der Vorwurf lautet fahrlässige Brandstiftung.

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem technischen Defekt und den nun laufenden Ermittlungen? Zu Details und Hintergründen gibt die Polizei keine Auskunft. „Es handelt sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren“, wie Polizeisprecher Andreas Lesch betont. Aufgabe der Polizei sei es grundsätzlich immer, in alle möglichen Richtungen zu ermitteln. Das nun Ermittlungen veranlasst wurden, könnte dabei einen relativ nüchternen Hintergrund haben.

Wer haftet für den Schaden?

Ein Beispiel: In einer Halle ist ein elektrisches Gerät gelagert. Aufgrund eines technischen Defekts an diesem Gerät wird ein Feuer entfacht. Wie sich jedoch anschließend herausstellt, war die Lagerung des elektrischen Gerätes in der Halle gar nicht gestattet. So würde sich der Verdacht einer fahrlässigen Brandstiftung ergeben und die Polizei würde Ermittlungen in diese Richtung aufnehmen. Ob das im Fall der abgebrannten Scheune in Hullern so war, ist unklar. Laut Aussagen von Anwohnern waren bei den Löscharbeiten unter anderem Gasflaschen in der abgebrannten Scheune gefunden worden.

Klar ist: Am Ende geht es vor allem um die Frage der Haftung. Für beteiligte Versicherungen spielen solche Aspekte in der abschließenden Bewertung eine wichtige Rolle. Weil Brände regelmäßig besonders große Schäden verursachen, enthalten die Versicherungsverträge gewisse Beschränkungen für die von ihnen zu erbringenden Leistungen. Ein solche Beschränkung ist insbesondere das Recht des Versicherers, Zahlungen zu verweigern, weil der Versicherungsnehmer den Schaden grob fahrlässig herbeigeführt hat. Ist der Brand zum Beispiel durch eine unbeaufsichtigt brennende Kerze entstanden, so kann die Versicherungsleistung gekürzt oder gar verweigert werden.

Reinigung durch Fachfirma

Neben dem Sachschaden im und am abgebrannten Gebäude war bei dem Brand in Hullern auch im Umfeld ein großer Schaden entstanden. So hatten sich bei dem Feuer vom Dach gefährliche Asbest-Partikel gelöst, die in Gärten und auf öffentlichen Flächen landeten. Seit Donnerstag ist deshalb eine Fachfirma mit der Reinigung in Hullern beauftragt.

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte
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