Muttertagsbesuch im Lambertusstift: „Es hat ihr sehr gut gefallen“

dzCorona-Lockerungen

Im Zuge der Corona-Lockerungen sind Besuche in den Senioren- und Pflegeheimen wieder erlaubt. Am Muttertag kam es zu emotionalen Begegnungen.

Haltern, Lippramsdorf

, 10.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kirsten Wortmann sitzt draußen im Hof des Lambertusstifts in Lippramsdorf an einem 1,60 Meter langen Tisch. Am anderen Ende, aber im Gebäude, sitzt ihre Mutter Margarete Geschke. Am Muttertag sahen sich Mutter und Tochter zum ersten Mal seit sieben Wochen wieder.

„Es hat ihr sehr gut gefallen“, sagt Kirsten Wortmann nach dem Besuch. Nur 15 Minuten blieben den beiden für ihre erste persönliche Begegnung nach langer Zeit. „Trotzdem hat es uns beiden gut getan“, sagt Kirsten Wortmann.

Ausgeklügeltes Besuchssystem entwickelt

Am Sonntag waren zum ersten Mal wieder persönliche Begegnungen von Bewohnern der Seniorenheime mit ihren Angehörigen möglich. Im Lambertusstift hatten Einrichtungsleiter Wilfried Kersting und seine Mitarbeiter ein ausgeklügeltes Besuchssystem entwickelt.

Pflegedienstleiterin Barbara Sauermann nahm die Daten der Besucher auf und fragte nach Krankheitssymptomen.

Pflegedienstleiterin Barbara Sauermann nahm die Daten der Besucher auf und fragte nach Krankheitssymptomen. © Jürgen Wolter

Die Angehörigen kamen von der Gartenseite aufs Gelände. Dort wurden sie zunächst von Pflegedienstleiterin Barbara Sauermann empfangen, die ihre Personalien aufnahm und nach Krankheitssymptomen fragte, die eventuell im Zusammenhang mit COVID-19 hätten stehen können, wie Fieber, Husten, Beeinträchtigung des Geschmackssinns. Alle Besucher mussten sich hier die Hände desinfizieren und Schutzhandschuhe anziehen. Außerdem war das Tragen einer Mund-Nase-Schutzmaske Pflicht.

Die Bewohner wurden von Innen an die Tische geführt, an denen sie mit ihren Angehörigen sprechen konnten.

63 Senioren leben zurzeit im Lambertusstift in Lippramsdorf. „Für den heutigen Muttertag haben wir 30 Anmeldungen für Besuche. Fünf Mitarbeiter kümmern sich tagsüber um die Abwicklung“, sagt Wilfried Kersting. „Ab jetzt sind ja wieder Besuche möglich, die dann auch länger als 15 Minuten dauern dürfen. Die Beschränkung gilt nur heute.“

Die Besuchszeiten waren zeitversetzt geplant

Im Gebäudeinneren waren die Laufwege so gestaltet, dass sich die Einwohner nicht begegneten. Die Besuchszeiten waren zeitversetzt geplant, so dass sie auch im Aufzug nicht zusammentrafen. „Alles in allem ist das schon eine logistische Herausforderung“, so Wilfried Kersting.

Am 18. März war die Tagespflege geschlossen worden, seit dem 23. März waren auch keine Angehörigenbesuche mehr möglich. Margarete Geschke feierte am 30. März ihren 92. Geburtstag – auch das ohne Besuch ihrer Angehörigen. Über ein Tablet konnten Bewohner aber mit Angehörigen Kontakt über Skype oder Whatsapp aufnehmen – mit Unterstützung durch den sozialen Dienst.

Ab sofort kann man sich auch wieder für einen persönlichen Besuch anmelden. „Die Angehörigen sollten sich vorher mit uns in Verbindung setzen, damit wir das planen können“, sagt Wilfried Kersting.

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