Mutmaßliche Schläger von der Stadtmühle sitzen in U-Haft - Olfener auf einem Auge blind

dzMit Bank geschlagen

Im August sollen zwei Halterner mit einer Bank auf einen Türsteher der Stadtmühle eingeschlagen und ihn schwer verletzt haben. Beide sitzen nun in U-Haft. Die Ermittlungen laufen.

Haltern, Olfen

, 09.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er wurde mit schweren Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem zwei Halterner am frühen Sonntagmorgen des 11. August auf den 47-jährigen Olfener losgegangen waren. Mit einer Bank soll ein 26-jährige Halterner auf den Türsteher der Stadtmühle eingeschlagen haben, sein 20-jähriger Begleiter, ebenfalls aus Haltern, soll ihm kurz darauf eine Flasche ins Gesicht geworfen haben. Nun ist der Olfener auf einem Auge blind, wie die Staatsanwaltschaft Essen mitteilte.

Den beiden betrunkenen Halternern hatte der Türsteher kurz zuvor Hausverbot erteilt. „Die Gruppe ist schon vom Parkplatz aus aufgefallen, sie hat rumgebrüllt und geschwankt“, hatte dazu Stadtmühlen-Chef Heiko Kausch im August auf unsere Anfrage gesagt. Im Gespräch mit dem Türsteher sei dann ein Mann aggressiv geworden. Anstatt dem Hausverbot nachzukommen, gingen zwei Männer auf den Sicherheitsmitarbeiter los.

U-Haft wegen Schwere der Tat und Fluchtgefahr

Wie nun bekannt geworden ist, sitzen die beiden Beschuldigten seit dem 5. September in Untersuchungshaft. Der Grund: der dringende Tatverdacht der tateinheitlichen, gemeinschaftlichen schweren und gefährlichen Körperverletzung sowie die Gefahr, dass die Verdächtigen flüchten könnten, teilte die Essener Staatsanwältin Julia Schweers-Nassif auf Anfrage mit.

Das Amtsgericht Marl hatte die Haftbefehle Ende August erlassen. Die Polizei hatte die beiden Männer zwar kurz nach der Tat vorläufig festgenommen, dann aber zunächst wieder freigelassen.

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Dem 26-Jährigen und dem 20-Jährigen drohen im Falle einer Verurteilung jeweils hohe Haftstrafen. Denn der Paragraf 226 des Strafgesetzbuches sieht vor, dass wenn eine schwere Körperverletzung, die hier vorrangig Gegenstand der Ermittlungen ist, zur Folge hat, „dass die verletzte Person das Sehvermögen auf einem Auge [...] verliert,“ eine Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren droht. Das ist zumindest das Strafmaß für den 26-Jährigen.

Den Halternern drohen bis zu zehn Jahre Haft

Der 20-Jährige gilt rechtlich gesehen noch als Heranwachsender und wird nach Jugendstrafrecht beurteilt. Erst ab 21 Jahren gilt das Erwachsenenstrafrecht. Für ihn drohen entweder eine Jugendstrafe mit Geldauflagen, Arrest oder Arbeitsauflagen oder ebenfalls eine Haftstrafe von sechs Monaten bis fünf oder - wie hier im Falle eines Verbrechens - bis zehn Jahre Haft.

Wann es in diesem Fall weitergeht, ist derzeit noch nicht abzusehen. „Wir sind noch dabei, Ermittlungen durchzuführen“, sagt Staatsanwältin Julia Schweers-Nassif.

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