Eine Motoryacht ist in der Flaesheimer Marina gesunken. Das THW begann am Samstag mit der Bergung. © Ingrid Wielens
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Motoryacht in Flaesheim gesunken: THW und Feuerwehr stundenlang im Einsatz

THW und Feuerwehr waren am Samstag in der Flaesheimer Marina im Einsatz. Dort sollte eine gesunkene Motoryacht geborgen werden - mit Hilfe von Booten, Pontons und viel technischem Gerät.

Seit 10 Uhr am Samstagmorgen waren das Technische Hilfswerk – eine Ortsgruppe aus Recklinghausen – und der Löschzug Flaesheim vor Ort. Der Einsatz hatte es in sich: Eine Motoryacht war am Donnerstag in der Marina in Flaesheim gesunken und sollte nun geborgen werden.

Die Wasserschutzpolizei sicherte die Unfallstelle. Auch das Wasser- und Schifffahrtsamt sowie ein Spezialunternehmen, dass im Fall ausgetretenen Treibstoffs zum Einsatz gekommen wäre, waren vor Ort. Doch glücklicherweise wurde das Wasser bislang nicht verunreinigt.

Die Front der Yacht versinkt im Wasser. Der hintere Bereich war bereits auf Grund gelaufen.
Die Front der Yacht versinkt im Wasser. Der hintere Bereich war bereits auf Grund gelaufen. © Ingrid Wielens © Ingrid Wielens

Zur Sicherheit hatte die Feuerwehrkräfte des Löschzugs Flaesheim allerdings schon am Tag zuvor Ölsperren rund um das gesunkene Boot gelegt.

Heck auf Grund gelaufen

Der hintere Teil der Motoryacht, die seitlich durch Pontons stabilisiert worden war, war bereits auf Grund gelaufen.

Akribisch versuchten die Mitglieder des THW, der Yacht mit zwei 1000-Liter-Tanks beizukommen. Diese wurden mit Wasser gefüllt und im hinteren und seitlichen Bereich des Bootes versenkt. Mit Pressluft wurde das Wasser dann wieder aus den Wassertanks befördert. Die Tanks stiegen dadurch wieder auf. So sollte das Boot nach oben gedrückt werden. Zeitgleich sollte die vollgelaufene Yacht leergepumpt werden, sodass sie zu guter Letzt wieder in ihre normale Lage gekommen wäre.

Soweit der Plan. Nach vielen Stunden harter Arbeit allerdings mussten die Einsatzkräfte sich geschlagen geben. „Der Druck der Auftriebskörper hat nicht gereicht“, erklärte THW-Sprecher Matthias Berger.

Auch ein weiterer Versuch mit einem Bergungssack, einem überdimensionalen Luftballon, scheiterte.

Einer der Wassertanks ist neben dem Boot zu sehen. Er wurde versenkt und sollte dem Boot schließlich wieder Auftrieb geben.
Einer der Wassertanks ist neben dem Boot zu sehen. Er wurde versenkt und sollte dem Boot schließlich wieder Auftrieb geben. © Ingrid Wielens © Ingrid Wielens

Das Heck, der tiefste Punkt am Boot, konnte nicht ausreichend aufgetrieben werden. Rund 30 Zentimeter fehlten noch, um das Eindringen des Wassers zu stoppen. Auch aufgrund der einsetzenden Dunkelheit musste die Bergungsaktion schließlich abgebrochen werden.

Bergungsschiff könnte eingesetzt werden

Nun müsse überlegt werden, ob in der kommenden Woche weitere Wassertanks zum Einsatzort geholt werden, meinte Berger. Wahrscheinlicher aber wird wohl der Einsatz eines Bergungsschiffs sein. Dieses könnte die Yacht mittels Kran aus dem Wasser heben.

In der Flaesheimer Marina war die Motoryacht aus bislang unbekannter Ursache gesunken.
In der Flaesheimer Marina war die Motoryacht aus bislang unbekannter Ursache gesunken. © Ingrid Wielens © Ingrid Wielens

Auch der Eigentümer der Motoryacht war am Samstag am Einsatzort. Die Kosten der Bergung wird er tragen müssen.

Die Ursache für die auf Grund gelaufene Motoryacht ist unterdessen zum aktuellen Zeitpunkt noch vollkommen unklar. Berger: „Das kann erst dann zuverlässig festgestellt werden, wenn das Boot vollständig geborgen ist.“

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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