Motorradlärm in Haltern: Stadt, Polizei und Kreis wollen Motorradfahrer ausbremsen

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Die einen ärgert der Motorradlärm in Haltern, die anderen lehnen drastische Maßnahmen ab. Im Verkehrsausschuss soll nun sachlich über eine Lösung diskutiert werden - mit der Polizei.

Sythen

, 27.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In die Diskussion über den Motorradlärm in Sythen und auf anderen Straßen des Stadtgebietes Haltern kommt keine Ruhe rein. Jetzt wird sich zusätzlich zum Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag (27. Februar) auch der Ausschuss Bauen und Verkehr (3. März) mit dem Problem befassen. Er tut das auf Basis eines Schreibens der Wählergemeinschaft Haltern vom 6. Juni 2019. Dann wird auch die Polizei dabei sein.

Angekündigt ist Polizeihauptkommissar Michael Kleinsorge, Leiter des Verkehrsdienstes 1 aus der Direktion Verkehr des Polizeipräsidiums Recklinghausen.

WGH: „Nur Sachlichkeit führt zum Ziel“

Die Wählergemeinschaft wünscht sich generell ein Konzept, das hilft, den Motorradlärm im gesamten Stadtgebiet zu minimieren. Zur Begründung führt die WGH-Fraktion das Ruhebedürfnis der Halterner und gesundheitliche Gefahren an.

Ludwig Deitermann findet, das Thema Motorradlärm werde aufgrund seiner Vielschichtigkeit zurzeit konträr und vor allem emotional diskutiert. Er dagegen wünscht sich eine sachliche Betrachtung. „Nur sie führt zum Ziel“, findet er.

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Für die WGH gibt es im Wesentlichen drei Maßnahmen zur Lärmreduzierung: Streckensperrungen und Geschwindigkeitsreduzierungen für den motorisierten Zweiradverkehr, Geschwindigkeits- und Lärmkontrollen mit hoher Frequenz sowie Aufklärungs- und Informationskampagnen.

Streckensperrungen und Geschwindigkeitsreduzierungen (auch temporär) sind theoretischer Natur, sagt die Stadtverwaltung. Denn dafür gebe es hohe rechtliche Anforderungen. Geschwindigkeits- und Lärmkontrollen seien dagegen ein durchaus wirksames Mittel zur Minderung des Motorradlärms. Die Stadt hat deshalb das Polizeipräsidium Recklinghausen und die Kreisverwaltung kontaktiert.

Die Polizei blitzt und kontrolliert in Haltern

Die Polizei kündigt derweil erste Maßnahmen an. Am 28. März und 24. April startet sie Motorradkampagnen, zu denen Geschwindigkeitsmessungen in Sythen gehören. Außerdem organisiert sie am 24. Mai und 14. Juni Motorradausfahrten (Politouren) nach Haltern: Etwa 220 Teilnehmer machen Kradfahrern bewusst, wie viel Lärm von ihren Zweirädern ausgeht. Zudem wird in zeitlichen Abständen geblitzt, dafür setzt die Polizei verdeckte Messanlagen und ein ziviles Motorrad ein.

Die Stadt hat ebenso den Kreis um Unterstützung gebeten. Dieser soll zwei Messstellen auf der Sythener Straße einrichten und ist dazu auch grundsätzlich bereit. Auf den Landesbetrieb Straßen NRW hingegen kann die Stadt nicht zählen. Sie wollte Plakate und Banner an Landstraßen mit einem Slogan wie „laut ist out“ aufhängen. Straßen NRW aber befürchtet, dass sich Banner lösen könnten und den Verkehr gefährden.

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