Mit Video: Halterner Bäcker löst Kassenbonpflicht-Problem mit digitalem „Umweltbon“

dzDigitaler Bon

Berthold Brinkert bietet in seinen Bäckereien jetzt einen digitalen Bon an. Damit hat der Unternehmer einen Weg gefunden, die Nachteile der Kassenbonpflicht zu umgehen.

Haltern

, 06.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in den Bäckereien von Berthold Brinkert seine Stulle, Brot oder Brötchen kauft, der kann jetzt auf den Kassenbon verzichten. Zumindest in der Thermopapier-Form. Denn seit rund zwei Wochen bietet Brinkert auch in seinen sechs Halterner Bäckereien den sogenannten Umweltbon an. Eine digitale, umweltfreundliche Lösung.

Wer an der Theke seinen Einkauf bezahlen will, den fragen die Mitarbeiter nun nach dem „Umweltbon“. Dafür müssen Kunden ihr Smartphone herausholen, den Kamera-Modus aktivieren und die Kamera vor den digitalen Bon in Form eines QR-Codes, der auf dem Kassendisplay erscheint, halten. Dann ploppt auf dem Handy eine digitale Kopie des Bons auf, die sich Kunden auf dem Smartphone speichern können.

Mit Video: Halterner Bäcker löst Kassenbonpflicht-Problem mit digitalem „Umweltbon“

An der Kasse werden die Kunden gefragt, ob sie einen digitalen Bon oder einen Bon ausgedruckt auf Thermopapier haben möchten. © Eva-Maria Spiller

3,5 Wochen musste Brinkert in seinen Bäckereien die Bons auf Thermopapier ausdrucken. So will es die Kassenbonpflicht, die Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. „Unsere Drucker haben teilweise gestreikt. Die Rollen waren schnell leer. Und es hat den Arbeitsablauf verändert“, sagt Brinkert. Teilweise seien Staus vor der Theke entstanden, weil jedem Kunden sein Bon ausgedruckt werden musste. Immer wieder hätten auch Kunden ihr Unverständnis über die Pflicht geäußert.

„Für uns war es ein dringendes Anliegen“

„Für uns war es ein dringendes Anliegen. Wir haben unseren Bäckereibetrieb in Olfen in den letzten 14 Monaten nachhaltig umgestellt“, sagt Brinkert. Tagsüber werde das Produktionsgebäude dort ausschließlich über Photovoltaik betrieben. Die Kühlanlage werde von Leitungen mit CO2 gekühlt. Auch ein E-Transporter als Bäckereifahrzeug solle bald folgen. Die Kuchentabletts in den Bäckereien seien aus recyceltem Papier. Da habe es so gar nicht in das Konzept gepasst, dass nun jeder Bon auf dem umweltschädlichen Thermopapier gedruckt werden müsse.

Im Video erklärt Berthold Brinkert, was Kunden in der Bäckerei ihren Umweltbon bekommen:

Video
Berthold Brinkert bietet digitalen Kassenbon an

Laut Brinkert seien die Bäckereien vom Finanzamt jedoch nur aufgefordert, einen Bon zur Verfügung zu stellen. In welcher Form das geschehen muss, sei nicht festgelegt worden. Das ist die bewusste Lücke, die das Oberhausener Unternehmen copago für seinen „Umweltbon“ genutzt hat.

Dessen Kassensysteme sind in Brinkerts Bäckereien installiert. Das Unternehmen hat für das Kassensystem ein Update für den Umweltbon angeboten. Dafür bezahlt Brinkert monatlich pro Kasse zwischen 3 bis 5 Euro. Das ist es dem Bäckermeister wert. „Für uns passt jetzt alles wieder in unser Konzept. Uns ist es wichtig, dass die Kunden sehen, dass wir uns damit beschäftigen.“ Dem Unternehmen sei daran gelegen, den Papierverbrauch in den Betrieben auf ein Minimum zu beschränken.

Bons auf Thermopapier werden nur noch auf Wunsch gedruckt

Dass die Kassenbonpflicht auf den Einzelhandel zukommen sollte, das habe sich über Jahre angekündigt, so Brinkert. Auch deshalb habe man sich vor rund drei Jahren für das Oberhausener Unternehmen als digitalen Partner entschieden.

Mit der Kassenbonpflicht, die Anfang des Jahres in Kraft getreten ist, will der Gesetzgeber Steuerbetrug an den Kassen verhindern. Einzelhändler sind seitdem unabhängig von der Höhe des Einkaufs dazu verpflichtet, ihren Kunden einen Bon auszuhändigen.

Das fällt in den Bäckereien von Berthold Brinkert nun weg. Auf Wunsch werde aber nach wie vor ein Bon gedruckt auf Thermopapier ausgehändigt. Nur den Mülleimer dafür, sagt Brinkert, den habe man mit Beginn des digitalen Bons bereits „entsorgt“.

Weitere Informationen zum Umweltbon finden sie auf der Internetseite des Unternehmens.
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