Mit dem richtigen Fahrrad zum Triathlon

Iron Daniel

Die zweite Disziplin, die mich bei meinem Triathlon am 26. Juni erwartet, scheint so simpel. Rauf auf’s Rad und los geht’s! Denn Radfahren kann ja schließlich jedes Kind. Aus triathletischer Sicht jedoch, liegt besonders im Radtraining häufig das größte Potenzial für Verbesserungen verborgen.

HALTERN

, 06.05.2015, 05:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Omas alter Schutzblechhobel ist auch nicht wirklich die erste Wahl.

Das Material ist beim Triathlon nahezu genauso wichtig wie die Kondition.

Längste Disziplin

„Zusammengefasst sollte der Fahrer auf dem Triathlon Bike eine möglichst aerodynamische Position einnehmen, die er komfortabel beibehalten kann. Aerodynamik aber nicht um jeden Preis sonst leiden Leistungsfähigkeit, Kraftübertragung und womöglich letztlich die Gesundheit“, sagt Michael Benthaus vom Radfachgeschäft „Big Wheel“. Mit ihm habe ich mich nun zum „Bikefitting“ getroffen.

Ziel einer solchen Vermessung ist es, in Hinsicht auf die Kraftübertragung eine möglichst optimierte Position zu finden. „Denn nur wer komfortabel sitzt, kann seine Leistung auch wirklich bringen.“ Bis vor wenigen Jahren war das Bikefitting hauptsächlich den Profi- und Amateurfahrern vorbehalten. Heute hat es auch im Hobbysport Einzug gehalten.

Position analysieren

Auch Touren- und Alltagsfahrer können von einer Sitzpositionsanalyse profitieren, um einen angenehmen Fahrkomfort zu erhalten. „Jedes Rad sollte möglichst perfekt auf seinen Fahrer abgestimmt sein“, sagt Michael Benthaus. „Das ist häufig leider nicht der Fall.“

Der Radexperte hat eine Überraschung für mich. Für meine Challenge und kommende Trainingseinheiten stellt er mir ein Leihrad zur Verfügung – das Venge Expert Ultegra. Ein über 3000 Euro teures Rad, das kompromisslos auf Speed getrimmt ist. „Damit wirst du flott unterwegs sein“, verspricht mir Benthaus und schmunzelt. Begeistert blicke ich auf die funkelnde Rennmaschine. Wow, einfach der Hammer.

Ergonomisch richtige Sitzposition

Dann geht’s ans Eingemachte. In einem Nebenraum begibt sich Michael Benthaus – ausgestattet mit Winkelmesser, Zollstock und Lot – an die Arbeit. „Auf dem Rad solltest du ergonomisch richtig sitzen, sonst verschenkst du zu viel Kraft“, sagt er und kümmert sich unter anderem um die Anpassung des Vorbaus, des Sattels und des Lenkers.

Der Experte schaut ganz genau hin, nimmt immer wieder Veränderungen vor. Alles soll bis ins kleinste Detail passen. „Auf seinem Bike muss man sich wohlfühlen“, betont Benthaus und stattet mich schließlich noch mit Klickschuhen aus. „Das Fahren mit den Klickpedalen spart Kraft und macht den Tritt effektiver“, erklärt er.

Gigantischer Unterschied

Nach mehr als zwei Stunden intensiver Beratung bin ich ausgestattet wie ein Profi. Gemeinsamen rücken wir zu einer 20 Kilometer langen Testfahrt aus. Das Fahrgefühl: phänomenal. Der neue Hobel hat es wirklich in sich. An die liegende Haltung muss ich mich zwar noch gewöhnen, aber der Unterschied zu vorher ist, mit einem Wort: gigantisch.

Am liebsten wäre ich gar nicht mehr abgestiegen. Damit sollte es am 26. Juni wohl klappen. Ich bin jedenfalls optimistisch.

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