Mehr Parkplätze und Feiern am Silbersee: Bürger können ihre Meinung sagen

dzNeuer Bebauungsplan

Am Naturbadestrand Silbersee sollen neue Parkplätze angelegt und die Gastronomie „Treibsand“ durch vier große Events im Jahr abgesichert werden. Die Pläne liegen ab dem 17. Februar aus.

Sythen

, 10.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Silbersee II in Sythen herrscht bei gutem Wetter Chaos: Die Zufahrtsstraßen sind dicht, Badegäste finden bei Hochbetrieb keine Parkplätze und weichen in die angrenzenden Wohnstraßen aus. Zweites Problem: Die Gastronomie ist das Jahr über nicht genügend ausgelastet, was einen wirtschaftlichen Betrieb erschwert. Drittes Problem: Die Quarzwerke beanspruchen einen Teil des jetzigen Parkplatzes für weitere Aussandungen. Verwaltung und Politik arbeiten deshalb derzeit an einer Änderung des Bebauungsplanes, in dem das Nebeneinander aller Interessen geregelt wird.

Großveranstaltungen werden kritisch gesehen

Doch in Stadtentwicklungsausschuss im September und auch in der Ratssitzung im Oktober entwickelten sich kontroverse Diskussionen. Sie drehten sich um die Vorschläge, vier Großveranstaltungen im Jahr mit bis zu 15.000 Besuchern zu erlauben und für eine Erweiterung der Parkplätze von 950 auf 2500 eine Waldparzelle abzuholzen.

„So wie dieses Konzept jetzt aussieht, werden wir es in Sythen nicht akzeptieren“, erklärte im Rat Bernd Ostrowski (CDU). Die Bürger in Lehmbraken würden durch den Erholungsdruck bereits jetzt „über Gebühr belastet.“ Anette Fleuster (Die Grünen) hatte schon im Fachausschuss empört reagiert: „Ja sind wir denn in einem Tollhaus? Das können wir den Sythenern nicht auch noch zumuten!“ Auch die SPD ist gegen die Genehmigung der Großveranstaltungen. Es sei nicht Aufgabe der Politik, die Wirtschaftlichkeit eines Privatbetriebs zu sichern, äußerte sich Beate Pliete.

Bürger können Pläne bis 17. März einsehen

Letztlich war sich der Rat einig, dass eine Entscheidung nur mit Rücksicht auf die Interessen der Bürger getroffen werden könne. Die Bürger haben nun ab dem 17. Februar (Montag) die Möglichkeit, die Pläne bei der Bauverwaltung oder auf der Homepage der Stadt einzusehen und ihre Anregungen beziehungsweise Kritik anzubringen.

Der Bebauungsplanentwurf für das 22,4 Hektar große Gebiet, der dazugehörende Begründungsentwurf mit Umweltbericht sowie die Fachgutachten liegen bis zum 17. März im Verwaltungsgebäude Rochfordstraße 1 (Muttergottesstiege) in den Räumen des Fachbereichs Planen (Zimmer 1.18 bis 1.21 sowie 1.69 und 1.70) öffentlich aus. Sie können außerdem im Netz auf der Seite der Stadt Haltern abgerufen werden.

Zwei weitere Entwürfe liegen öffentlich aus

Zur gleichen Zeit legt die Bauverwaltung den Bebauungsplan-Entwurf für den Gewerbepark Mersch/Kindertagesstätte beziehungsweise Seniorenwohnhaus Krumme Meer sowie ferner den überarbeiteten Bebauungsplan Zur Lehmkuhle aus.

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