Halterner würden gerne in Pools planschen - wenn es denn welche gäbe

dzLieferengpässe

In der brütenden Sommerhitze wünschen sich die Halterner eine Abkühlung. Da wäre ein Pool im Garten schön. Doch die Pools stecken in Containern fest und kommen nicht in den Geschäften an.

Haltern

, 22.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aufgrund der Corona-Lage bleiben viele Halterner in diesem Sommer daheim. Statt ins Meer springen die Familien in den Pool - zumindest würden sie das gerne. Denn Pools sind seit Wochen ausverkauft. Schuld daran ist indirekt Corona.

Container voller Pools steckten in den letzten Wochen und Monaten an den Grenzen fest und kamen nicht in Deutschland an. Hierzulande wartet man sehnsüchtig auf die Lieferungen.

In allen sieben Hagebaumarkt-Filialen der Frieling-Gruppe sind die begehrten Wasserbecken ausverkauft, berichtet eine Mitarbeiterin. „Naturgemäß beginnen sich die Leute im April für Pools zu interessieren. Im Mai kommen dann normalerweise welche ins Angebot - doch da hatten wir bereits keine mehr“, schildert sie die Lage. Auch Zubehör wie Filteranlagen seien aktuell hart umkämpft.

Kinder-Planschbecken und Teiche zum Füße kühlen

Bis es Nachschub in der Pool-Abteilung gibt, kann es laut der Mitarbeiterin vier Wochen, im schlimmsten Fall jedoch bis zum Herbst dauern. „Wenn wir Ware hätten, hätten wir bestimmt schon ein paar hundert mehr Pools verkauft“, schätzt sie. Täglich gingen einige Anfragen ein. Da die Kunden nicht auf das kühle Nass verzichten wollen, greifen sie nun zu Alternativen: „Stattdessen kaufen die Leute aufblasbare Kinder-Planschbecken, in denen sie gerade sitzen können. Auch fertige Teichbecken aus Plastik müssen als Pool-Ersatz herhalten.“

Doch trotz der Warenknappheit seien die meisten Kunden sehr verständnisvoll und diszipliniert. „Es gibt natürlich auch Leute, die sich mal etwas aufregen. Aber die gibt es auch unabhängig von der Corona-Situation. Die meisten verstehen unsere Lage: Wir würden ja gerne verkaufen, aber wir bekommen nichts nach und die Lieferanten sind auch nicht besonders auskunftsfreudig“, so die Hagebaumarkt-Mitarbeiterin.

Der Garten wird aufgemöbelt

Auch in anderen Bereichen liefe die Lieferkette nicht richtig, weil die Ware an den Grenzen feststeckt oder die Produktion während der Krise teilweise heruntergefahren wurde: „Betonplatten für Terrassen beispielsweise sind nicht zu bekommen. Die Leute möbeln jetzt ihre Gärten auf, um es Zuhause schön zu haben, wenn sie nicht verreisen“, fügt sie hinzu.

Schon seit Beginn der Corona-Krise seien Gartenartikel und Pflanzen gefragt. Der regelrechte „Baumarkt-Tourismus“, der vor einigen Wochen herrschte, habe inzwischen etwas nachgelassen.

Ähnliches berichtet auch Markus Ettmann, Marktleiter des Halterner Raiffeisenmarktes. Vor etwa einer Woche sei im Raiffeisenmarkt das Interesse an Gartenartikeln abgeflacht - zuvor habe sich alles, was die Gartengestaltung und Bewässerung anbelange deutlich besser verkauft als in den vergangenen Jahren.

Auch der Raiffeisenmarkt hat mit den Pool-Lieferengpässen zu kämpfen: „Die Nachfrage ist groß. Wir hätten locker 50 weitere Pools verkaufen können, wenn wir denn welche hätten.“ Hoffnung gäbe es jedoch für alle, die nur ein wenig planschen wollen: „Kleine Pools bis 2,40 Meter Durchmesser haben wir noch auf Lager.“

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