Lehrerin Jacqueline Bonn (l.) wurde von Praxismitarbeiterin Nicole Bienst geimpft. © Jürgen Wolter
Impfung für Lehrer

Lehrer der weiterführenden Schulen in Haltern sind jetzt geimpft

180 Lehrerinnen und Lehrer von Hauptschule, Realschule und Gymnasium sind jetzt geimpft. Die Schulen und Halterner Ärzte organisierten einen gemeinsamen Termin in der Seestadthalle.

Jacqueline Bonn spürte den Piks ziemlich deutlich, andere ihrer Kolleginnen merkten gar nichts: Sie gehörte zu den 180 Lehrerinnen und Lehrern der weiterführenden Halterner Schulen, die am Mittwochnachmittag gemeinsam gegen das Corona-Virus geimpft wurden.

Realschulleiter Frank Cremer und Ärztin Dr. Christiane Trogemann aus Sythen hatten den Termin koordiniert. Verimpft wurde das Vakzin des Herstellers Moderna. „Wir können uns bei den Praxisteams nur bedanken, dass sie dafür ihren praxisfreien Nachmittag opfern“, so Frank Cremer. „Wir freuen uns außerdem, dass uns die Stadt Haltern sofort die Seestadthalle für den Termin zur Verfügung gestellt hat.

Am Halleneingang wurden die Lehrerinnen und Lehrer, die in mehreren Gruppen zeitlich versetzt geimpft wurden, zunächst an der Anmeldung in Empfang genommen. Anschließend folgte ein Aufklärungsgespräch mit einer Ärztin. Jaqueline Bonn hatte keine Fragen an Dr. Nadine Anstipp, sie hat bereits ihre Mutter zum Impfen begleitet und war mit dem Ablauf vertraut.

Dr. Nadine Anstipp führte das Arztgespräch mit Jacqueline Bonn.
Dr. Nadine Anstipp führte das Arztgespräch mit Jacqueline Bonn. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Die Schüler wieder öfter sehen

„Es ist ein gutes Gefühl jetzt geimpft zu werden“, sagt sie. „Man kommt mit vielen Schülern zusammen, weiß nicht, wen die jeweils im häuslichen Umfeld getroffen haben. Trotz der regelmäßigen Tests, die wir durchführen, bleibt da ein Restrisiko, das sich jetzt deutlich verringert, denke ich.“

Sie hofft, in Zukunft auch ihre Schüler wieder öfter persönlich sehen zu können. „Es gibt Schüler, die habe ich in diesem Jahr erst vier Mal gesehen. Es wäre schön, wenn das wieder öfter ginge“, so Jacqueline Bonn.

Aus genau diesem Grund hatten die Schulleiter und Ärzte den Impftermin auf die Beine gestellt. „Wir hoffen, dass wir dadurch allmählich wieder zu mehr Normalität zurückfinden können“, so Frank Cremer.

Nach der Impfung mussten die Lehrerinnen und Lehrer noch 15 Minuten im Warteraum hinter den Impfräumen warten, ob sich irgendwelche Reaktionen einstellten, dann konnten sie die Seestadthalle verlassen.

Möglichst bald auch Schüler impfen

Fünf Ärztinnen und Ärzte aus Haltern waren am Mittwoch mit ihren Teams im Einsatz: Dr. Annette Rudolph, Dr. Christiane Trogemann, Olav Schmieder, Dr. Tina Holz und Dr. Nadine Anstipp. „Wir wollen ja, dass der Impffortschritt weitergeht“, begründete Nadine Anstipp ihr Engagement. Da die Telefone der Praxen wegen der vielen Impfanfragen zurzeit oft blockiert sind, bittet sie alle Impfinteressenten, ihre Anfragen per E-Mail an die Arztpraxen zu richten, „damit die Akutpatienten uns weiterhin erreichen können.“

Die Schulleiter haben inzwischen auch eine mögliche Impfung der Schüler im Blick. „Sobald ein Wirkstoff auch für Kinder ab 12 Jahren zugelassen ist, würden wir gern jahrgangsweise auch Impftermine an den Schulen anbieten“, sagt UIrich Wessel, Schulleiter des Joseph-König-Gymnasiums. „Ideal wäre direkt vor und direkt nach den Sommerferien. Da würden dann genau die notwendigen sechs Wochen dazwischen liegen.“

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Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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