Bei dem Unfall ging eine Schaufensterscheibe in der Postagentur und Lottoannahmestelle von Claudia Großwiele in Sythen zu Bruch. © Privat
Kurioser Unfall

Ladenfenster in Sythen mit Elektromobil demoliert und „abgetaucht“

Gerade tauscht der Glaser die Tür zur Sythener Postagentur aus, da naht eine Frau mit ihrem roten Elektromobil und sorgt gleich für den nächsten Auftrag des Handwerkers.

Wie das Leben so spielt: Als der Halterner Glaserbetrieb Fimpeler die Tür der Postagentur und Lottoannahmestelle Großwiele am Hellweg in Sythen austauscht, rauscht eine 64-jährige Rentnerin mit ihrem roten Elektromobil mit Krawumm in die Schaufensterscheibe direkt daneben.

„Sie ist noch über eine meiner Sägen gefahren. So etwas ist mir auch noch nicht untergekommen“, sagt Thorsten Fimpeler. Zum Glück sei weder der Frau noch den Handwerkern etwas passiert, berichtet Claudia Großwiele, Inhaberin des Geschäftes, über den Vorfall von Montag (1. März) um 9.40 Uhr. Zur Ironie dieser Geschichte gehört, dass die Ladentür am 11. Dezember vergangenen Jahres bei einem versuchten Einbruch demoliert wurde.

Die Ladentür wurde bei einem Einbruch beschädigt

Unbekannte waren dabei gescheitert, die Tür aufzuhebeln. Sie hatten dann einen dicken Brocken von der Baustelle nebenan (Neubau für den abgerissenen Gastronomiebetrieb Lindenhof am Kreisverkehr) geholt und diesen auf die Scheibe geworfen. Das wurfsichere Glas hielt Stand, trug aber ebenso wie der Rahmen der Tür Schäden davon. Nach zweieinhalb Monaten stand am Montag endlich der Austausch an.

Nun konnte der Glaser gleich den nächsten Auftrag mitnehmen. „Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man drüber lachen“, schildert Claudia Großwiele ihren ersten Eindruck von dem kuriosen Ereignis. Zum Glück sei der Unfallverursacherin nichts passiert. Sie habe sich nach dem kräftigen Rums zunächst Sorgen gemacht und die Frau gefragt, ob ein Krankenwagen benötigt werde.

Unfallverursacherin ist erst einmal abgetaucht

Besonders ärgerlich für die Sythener Geschäftsfrau ist nun allerdings, dass die Unfallverursacherin zwar ihren Personalausweis kopieren ließ, ihre Telefonnummer angab und ihre Haftpflichtversicherung nannte, jetzt aber quasi abgetaucht ist. Weil es sich um eine Kundin handelte, die das Geschäft bereits mehrfach aufgesucht hatte, hat Claudia Großwiele aus Kulanz erst einmal keine Polizei eingeschaltet.

Claudia Großwiele will jetzt Anzeige erstatten

Nun will sie doch Anzeige erstatten. „Es kann doch nicht sein, dass wir auf dem Schaden sitzenbleiben beziehungsweise dass unsere Versicherung dafür aufkommen muss“, sagt die Sythenerin. Telefonisch sei die Rentnerin jedenfalls bisher nicht zu erreichen gewesen. Bei der angegebenen Haftpflichtversicherung sei sie nicht bekannt. Auch unter ihrer Adresse sei sie bisher nicht zu ermitteln gewesen.

Warum die Frau mit dem Scooter gegen die Scheibe des Sythener Geschäftes rauschte, ist nicht bekannt. Im Laden habe sie später gesagt, sie wollte diesen gar nicht aufsuchen, so Claudia Großwiele. Eigentlich sollten Verkehrsteilnehmer die Geh- und Radwegseite von Großwiele wegen der dortigen Handwerkerarbeiten und der Großbaustelle nebenan, wo für Fußgänger und Radfahrer (und Elektromobile) eine Absperrung angebracht wurde, gar nicht nutzen.

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Redaktion Haltern
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Silvia Wiethoff

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