Kreis wehrt sich gegen Vorwürfe: „Wir impfen so gut und viel wir können“

Impfungen

Der Kreis Recklinghausen und die Kassenärztliche Vereinigung wehren sich gegen Gerüchte, es würde nicht genug Impfstoff im Impfzentrum verimpft.

Recklinghausen, Haltern

05.03.2021, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der entscheidende Faktor für die Menge an Terminen und Impfungen ist und bleibt die Menge des dem Kreis vom Land zur Verfügung gestellten Impfstoffes.

Der entscheidende Faktor für die Menge an Terminen und Impfungen ist und bleibt die Menge des dem Kreis vom Land zur Verfügung gestellten Impfstoffes. © picture alliance/dpa

In den vergangenen Tagen wurden Vorwürfe und Gerüchte laut, dass im Impfzentrum des Kreises Recklinghausen nicht genug Impfstoff an die Bürgerinnen und Bürger verimpft würde – obwohl dieser zur Verfügung stünde. Der Kreis als Betreiber des Impfzentrums und auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, die das medizinische Personal im Impfzentrum stellt, distanzieren sich von diesen Behauptungen. „Täglich tun im Impfzentrum Verwaltungsmitarbeiter, medizinisches Personal, Rettungsdienstbeschäftigte und Pharmazeuten ihr Möglichstes, um so viele Personen wir möglich mit dem vom Land zur Verfügung gestellten Impfstoff zu versorgen“, sagt Landrat Bodo Klimpel.

Dr. med. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), ergänzt: „Wir können diese Vorwürfe nicht nachvollziehen. Es gibt Vorgaben des Landes, an die wir uns halten, und tun alle unser Bestes, damit die Impfungen reibungslos laufen. Unterstellungen und subjektive Meinungsäußerungen helfen dabei nicht.“

Die Zahlen, die der Kreis in seinem Dashboard und die KVWL in ihrem Impfbericht veröffentlichen, zeigen täglich, wie die Impfungen im Kreisgebiet voranschreiten. In den gut drei Wochen, in denen das Impfzentrum in Betrieb ist, wurden (Stand 3. März) bereits 15.173 Impfungen vorgenommen. Inklusive der mobilen Teams und der Impfungen in Krankenhäusern sind sogar 50.524 Dosen an 33.794 Bürger verimpft worden. Dabei ist das Impfzentrum aufgrund der besonders zu Beginn geringeren Menge an Impfstoff bislang nicht in Vollauslastung gelaufen. Das wird sich in der nächsten Woche ändern, wenn weiterer Impfstoff zur Verfügung stehen wird und zusätzliche Berufsgruppen impfberechtigt sind.

„Impfbereitschaft im Kreis ist sehr groß“

Der entscheidende Faktor für die Menge an Terminen und Impfungen ist und bleibt die Menge des dem Kreis vom Land zur Verfügung gestellten Impfstoffes. „Durch das Auftreten von Impfreaktionen in der Anfangsphase der Impfungen mit AstraZeneca haben einige Rettungswachen und Pflegedienste darum gebeten, nicht wie ursprünglich geplant alle Beschäftigten am gleichen Tag zu impfen. Natürlich haben wir diesen Wunsch aufgegriffen und eine gestaffelte Terminvergabe möglich gemacht“, erklärt Bodo Klimpel. So gab es dann auch einzelne Tage, an denen durch die Umplanung nicht alle Termine ausgeschöpft werden konnten. Der Impfstoff wurde in solchen Fällen aber nicht entsorgt, sondern für die Impfung an einem anderen Tag aufbewahrt.

Kreis hat neue Übersichtsseite angelegt

„Generell ist die Impfbereitschaft im Kreis sehr groß. Auch eine grundsätzliche Skepsis gegenüber dem Impfstoff AstraZeneca spüren wir nur in ganz seltenen Fällen“, berichtet der Landrat. „Im Gegenteil, unsere Telefone und Postfächer laufen über vor Meldungen von Menschen, die sich impfen lassen wollen. Und wir impfen so gut und viel wir können.“

Der Kreis hat seine Internetseite zu den Impfmöglichkeiten um alle der Verwaltung bekannten Regelungen und Vorgaben ergänzt. Sie ist unter www.kreis-re.de/Inhalte/Buergerservice/Gesundheit_und_Ernaehrung/Infektionsschutz/impfzentrum.asp zu erreichen. „Den Überblick zu behalten, wer sich wo anmelden kann und wer überhaupt gerade impfberechtigt ist, ist nicht einfach. Ab sofort gibt es alle Erklärungen und die Infos zu häufig gestellten Fragen auf einer Seite“, sagt Landrat Bodo Klimpel.

Wer sich in einem nicht für die Gruppe vorgesehenen Portal oder unberechtigt angemeldet hat, kann zu dem vereinbarten Termin nicht geimpft werden, da die Impfstoffe entsprechend der Termine und der zugelassenen Personenkreise zur Verfügung stehen. Das Land hat klare Vorgaben gemacht, welche Personengruppe mit welchem Impfstoff zu versorgen ist, es gibt keine freie Impfstoff-Wahl. Derzeit werden alle Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft, Personen ab 65 Jahren in den meisten Fällen mit BioNTech, in einigen Einrichtungen auch mit Moderna.

In den letzten Tagen ist bei der Kreisverwaltung auch eine Flut von Anträgen auf Impfung mit höchster Priorität eingegangen. Ein Großteil dieser Anträge muss abgelehnt werden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Wer zum Beispiel an Krebs erkrankt sei und kurz vor einer Chemotherapie stehe, könne möglicherweise eher geimpft werden, teilte das Land mit. Der Kreis Recklinghausen prüft entsprechende Anträge.

Lesen Sie jetzt