Klimpel: "Frieden ist ein zerbrechliches Gut"

Feiern zum Volkstrauertag

Es gibt auch heute, 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der NS-Herrschaft, noch Grund zum Trauern. Europa erlebte zwar lange eine Friedenszeit, bemühte sich erfolgreich um Versöhnung und Annäherung. "Aber das ist nur die halbe Wahrheit", stellte Bürgermeister Bodo Klimpel fest.

HALTERN/FLAESHEINM

von Von Elisabeth Schrief

, 14.11.2010, 18:08 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Kaum ein Jahr ist vergangen, in dem nicht irgendwo auf der Welt Kriege oder Kämpfe stattfanden, in dem nicht irgendwo auf der Welt Einzelne oder Angehörige bestimmter Volksgruppen und Religionen unter einer Diktatur oder unter Gewaltausbrüchen litten", betonte der Bürgermeister am Samstagabend am Mahnmal. Ihnen allen galten die Gedanken zum Volkstrauertag. Als neue weltweite Bedrohung sei der Terrorismus hinzu gekommen. Frieden und Freiheit seien leicht zerbrechliche Güter. Machtgier, religiöser oder politischer Fanatismus und Hass auf Fremde lösten schnell einen Flächenbrand aus. Dass Toleranz und Rechtsstaatlichkeit außer Kraft gesetzt werde, erlebe auch Deutschland immer wieder. "Krieg und Gewalt sind aktuell wie eh und je" und deshalb sei der Volkstrauertag nach wie vor berechtigt. "Er bewahrt die Toten vor dem Vergessen und ruft dazu auf, sich für Frieden und die Wahrung der Menschenrechte einzusetzen." Schützengilde, Blasmusik Lavesum und MGV Frohsinn umrahmten die Feierstunde, die trotz des Regens gut besucht war.Vor Gewalt nicht wegsehen Für viele seien die Weltkriege und das NS-Regime inzwischen ferne Zeiten, sagte Rechtsrat Matthias Steck während der Feierstunde in Flaesheim. Aber auch das aus Büchern oder Gesprächen angeeignete Wissen über die Schreckensjahre bringe die Erkenntnis, "dass Frieden und die Wahrung der Menschenrechte ein Geschenk sind." Ein Geschenk, das allerdings zugleich eine Verpflichtung enthalte: Es müsse immer wieder von Neuem darum gerungen werden. "Wenn Gewalt und Terror herrschen, dürfen wir nicht wegsehen." Das gebieten die Menschlichkeit und die Verantwortung, die das Gedenken an die Toten und der Respekt vor den Opfern auferlegten. Matthias Steck: "Gedenktage sind Tage der Trauer, der Erinnerung und der Vergewisserung, was uns wichtig ist."

 

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