Klimafreundlicher in Haltern wohnen und „Klopper“ vermeiden

dzUmorganisation im Bauamt

Ingo Stapperfenne ist der Neue in der Stadtverwaltung. Er kommt mit der Bahn, sonst bewegt er sich grundsätzlich nur per Rad oder zu Fuß fort. Klimafreundlich! Jutta Heinichen freut das.

Haltern

, 05.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im städtischen Baudezernat gibt es eine neue Aufgabenverteilung. Das hat mit Ingo Stapperfenne zu tun, der sich erfolgreich auf die Stelle als Stadtplaner in Haltern bewarb. Mit dem Wechsel von Marl nach Haltern ist er heute mehr als zufrieden: „Haltern ist wunderbar überschaubar und kompakt und erscheint mir wie eine Insel der Glückseligen.“ Viel Lob von einem Fachmann, der Marl und Gelsenkirchen als vorherige Wirkungsstätten zum Vergleich hat.

Doch auch ein ziemlich perfektes Haltern braucht Zukunft, das weiß Ingo Stapperfenne (53). Als neuer Leiter des Fachbereichs Planen und Wirtschaftsförderung nimmt er die Herausforderung an. Dafür ist ein Zusammenspiel mit einer bei der Stadtverwaltung Haltern neu geschaffenen Stabsstelle unabdingbar.

Jutta Heinichen ist die neue Klimaschutzbeauftragte

Zum 1. Juni hat die Verwaltung die Stabsstelle „Klima und Nachhaltigkeit“ installiert und mit Jutta Heinichen als Klimaschutzbeauftragte besetzt. Die Diplom-Geografin (Schwerpunkte Stadtgeografie und Stadtplanung) - geboren in Haltern, heute zu Hause in Dülmen - ist seit 19 Jahren bei der Stadt. Sie hat ihre Fachkompetenzen durch das Studium Klimaschutz-Management ergänzt. Jutta Heinichen versteht sich als Koordinatorin, die die Aufgaben und Ziele der einzelnen Fachbereiche zum Thema Klimaschutz zusammenführt.

„Klimaschutz ist kein abgegrenzter Bereich“, erklärt die 52-Jährige und nennt als Beispiel eines notwendigen interdisziplinären Zusammenwirkens Analysen und Anpassungsmaßnahmen in Haltern aufgrund von Hitze, Trockenheit und Starkregen in den vergangenen Jahren. Oder auch den Ausbau von grüner Infrastruktur im Stadtkern.

Stadt spricht frühzeitig mit Investoren von großen Projekten

„Bei der Entwicklung Halterns geht es nicht nur um bauliche Ergänzungen, sondern auch um den klimagerechten Ausbau von Freiräumen“, greift Ingo Stapperfenne dieses Beispiel auf. In diesem Zusammenhang müsse man sich Gedanken über Fördermöglichkeiten und Kooperationen machen. Auch die Ausweisung von Baugebieten müsse unter Klima-Gesichtspunkten betrachtet werden. Das gelte gleichermaßen für die Buttstraße in Hullern und den Nesberg nahe des Sundern sowie für das künftige Gewerbegebiet Musendille an der Münsterstraße. In anderen Bereichen wie in der Innenstadt sei Nachverdichtung und Ertüchtigung alter Bausubstanz sicherlich ebenso ein Thema wie die Revitalisierung von Brachflächen an der Annabergstraße.

Bauliche Entwicklungen im großen Stil kann sich Ingo Stapperfenne für Haltern eher nicht vorstellen. Aber: „Haltern braucht auch moderne Ausdrucksformen in der Architektur.“ Natürlich kennt er auch die Sorgen der Bürger bezüglich Maximal-Bebauung in der Innenstadt und in kleinen Wohnsiedlungen. Seine Lösung: „Wir gehen dazu über, Investoren frühzeitig zu beraten, um gemeinsam bessere Ergebnisse zu finden.“

Das habe sich in der jüngsten Vergangenheit bereits bewährt, sagte Baudezernent Siegfried Schweigmann bei der Vorstellung der beiden neuen Amtsinhaber. Der Aufwand der Verwaltung werde höher, „aber wir kommen im Sinne einer nachbarschaftlichen Verträglichkeit zu besseren Lösungen.“ Ingo Stapperfenne ist klar, dass dieses Verhandeln eine Entschlossenheit seines Fachbereichs voraussetzt. Seine Maxime formuliert er geradewegs und ehrlich: „Wir wollen Klopper vermeiden.“

Zur Person

Ingo Stapperfenne hat in Dortmund Raumplanung studiert und hat nach ersten Stationen in der Privatwirtschaft 16 Jahre in Gelsenkirchen als Projektleiter für größere Stadtentwicklungs-Projekte gearbeitet. In Marl war er anschließend vier Jahre lang stellvertretender Leiter des Planungs- und Umweltamtes. Er ist verheiratet, Vater von zwei erwachsenen Töchtern und lebt mit seiner Familie in Gelsenkirchen-Buer.
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