Kitas: Politik sollte die Betreuungskonzepte dringend überdenken

Der Corona-Ausbruch in einer Halterner Kita zeigt, wie dringend notwendig Impfungen für die Erzieherinnen sind. Für einige von ihnen kam der Impftermin am Freitag zu spät. Ein Kommentar.
Das Familienzentrum St. Laurentius an der Flavusstraße. Hier kam es zu einem Corona-Ausbruch. © Daniel Winkelkotte

Eigentlich sollte das Halterner Kita-Personal seine Coronaschutzimpfung schon längst hinter sich haben. Doch durch das Hin und Her mit Astrazeneca verzögerte sich der Termin. Die Erzieherinnen und Erzieher seien sehr enttäuscht gewesen, hieß es von den Trägern, und das ist gut nachzuvollziehen. Sie können Kinder kaum auf Abstand halten, wenn sie weinen und getröstet werden wollen. Umso mehr hatten sie darauf gehofft, nun endlich mehr Schutz zu bekommen. Der Einsatz, den sie tagtäglich zeigen, ist bewundernswert – obwohl sie immer damit rechnen müssen, zu erkranken.

Wie der Spiegel jüngst berichtete, zeigen neue Daten aus Belgien und Großbritannien, dass die Mutante B.1.1.7, die auch in Haltern nachgewiesen wurde, wohl vor allem Kinder und Jugendliche befällt. Unter diesen Erkenntnissen sollte die Politik dringend die aktuellen Betreuungskonzepte in Kitas und Schulen neu überdenken. Wie kann es sein, dass in Geschäften strenge Zugangsregeln gelten, aber die Beschränkungen in den Kitas gerade erst wieder gelockert wurden? Auch wenn die Erzieherinnen jetzt geimpft wurden. So ist das Pandemiegeschehen noch schwerer in den Griff zu bekommen. Erfreulich ist nur, dass der Impftermin am Freitag von vielen wahrgenommen wurde. Für das Personal von St. Laurentius kam der Termin eine Woche zu spät.

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