Immer mehr Menschen wollen aus der Kirche austreten. Das geht auch mithilfe eines Notars. © picture alliance/dpa
Kirchenaustritt

Kirchenaustritt mit Warteliste: In Haltern gibt es diese Alternativen

Immer mehr Menschen verlassen die Kirche. Die meisten regeln das mit einem Besuch beim Amtsgericht. Doch auch beim Notar lässt sich diese Formalität klären. Halterner Expertinnen erklären, wie.

Im vergangenen Monat hatte die Veröffentlichung eines Gutachtens zum Umgang von Kölner Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester Aufsehen erregt. Daraufhin waren innerhalb von wenigen Stunden alle 1500 Termine für den Juni beim Amtsgericht Köln für einen Kirchenaustritt ausgebucht.

Aber nicht nur vor dem Amtsgericht lässt sich die Trennung von der Kirche vollziehen. In Marl sind die Termine dafür auch knapp. Mithilfe eines Notars ist das aber auch möglich. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie läuft der Austritt aus der Kirche via Notar und wo ist das in Haltern möglich?

Grundsätzlich ist dafür nur ein Besuch bei einem Notar nötig. „Das entsprechende Formular haben wir vorrätig. Es muss nur noch unterschrieben werden“, sagt Britta Stegemann, Notarfachwirtin in der Kanzlei Stenner, Pernhorst, Trillsch, Auer in Haltern. Im Anschluss wird die Erklärung des Austritts beglaubigt und vom jeweiligen Notar zum Amtsgericht Marl geschickt.

Wichtig: Die Erklärung kann man auch selbst schreiben. Das wirkt sich dann auch auf die möglichen Kosten aus. Wichtig ist, dass in dem Schreiben enthalten ist, aus welcher Kirche man austritt und zu welcher Kirchengemeinde man gehört.

Nach der Abgabe der Erklärung erhält man eine Bescheinigung über den Austritt. Die Mitteilung an die Stadt- oder Gemeindeverwaltung erfolgt durch das Amtsgericht. In Haltern gibt es drei Stellen, bei denen man einen Kirchenaustritt beantragen kann: Die Kanzlei Stenner, Pernhorst, Trillsch, Auer in der Bahnhofstraße 8, die Kanzlei Bremkamp in der Zaunstraße 6 und die Kanzlei Niemann im Schalweg 22 in Sythen bieten diesen Service an.

Was kostet der Austritt via Notar?

„Eine Kirchenaustrittserklärung kostet 75 Euro, wenn der Notar die Erklärung vorbereitet, im Anschluss daran die Unterschrift beglaubigt und die Unterlagen zum Amtsgericht weiterleitet“, erklärt Ute Müller, Notarfachangestellte in der Kanzlei Bremkamp.

Wenn der Austretende die Erklärung selber schreibt und der Notar nur die Unterschrift beglaubigt und danach die Erklärung an das Amtsgericht weiterleitet, betragen die Gebühren etwa 60 Euro. Wenn der Unterzeichnende die Erklärung selbst zum Amtsgericht sendet, werden 25 Euro fällig. Hinzu kommen jeweils noch die Gerichtskosten in Höhe von 30 Euro.

„Das Günstigste ist es demnach, wenn man die Erklärung selbst mitbringt, sie hier vor Ort beglaubigen lässt und anschließend selbst zum Amtsgericht schickt“, erklärt Ute Müller.

Welche Unterlagen muss man mitbringen?

Für den Besuch beim Notar sollte man den letzten Steuerbescheid und seinen Personalausweis dabei haben. Bei verheirateten Personen wird zusätzlich das Familienstammbuch oder die Heiratsurkunde benötigt.

Was ist der Unterschied beim Austritt via Amtsgericht im Vergleich zum Notar?

Beim Notar geht der Austritt schneller als im Vergleich zum Amtsgericht. „Ich hatte letztens eine Mandantin hier, die mir davon erzählte, dass es beim Amtsgericht eine Warteliste gibt und man erst im Mai einen Termin bekommt“, sagt die Notarfachwirtin. Anrufe bei den Amtsgerichten in Recklinghausen und Marl bestätigt dies. Bei beiden sind alle Kapazitäten im April bereits ausgebucht. In Marl gebe es Ende Mai die frühestmöglichen Termine.

Nach Einschätzung von Britta Stegemann nimmt die Anfrage der Kirchenaustritte in den vergangenen Monaten zu. Das bestätigt auch ihre Kollegen Ute Müller: „In den letzten vier Wochen gab es vermehrt Anfragen wegen Kirchenaustritten. Bisher handelte es sich jeweils um Austrittsanfragen bezüglich der katholischen Kirche.“

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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