Der Grundschulverbund Hullern (l.) und Flaesheim möchte auch Ahsener Kinder aufnehmen, das letzte Wort hat die Untere Schulaufsichtsbehörde. © Grafik Klose
Grundschule Flaesheim/Hullern

Kinder aus Ahsen wollen zur Flaesheimer Schule – Städte brauchen Hilfe

Sechs Kinder aus Datteln-Ahsen sollen auf Wunsch ihrer Eltern im nächsten Sommer in die Flaesheimer Grundschule gehen. Das schafft Probleme für die neuen Erstklässler vor Ort.

Bei den Anmeldungen für das Schuljahr 2021/22 gibt es ein Problem: Sechs I-Dötze aus Datteln-Ahsen sollen auf Wunsch ihrer Eltern die Grundschule in Flaesheim besuchen. Doch dieser Wunsch bereitet Haltern Kopfzerbrechen. Denn für die beiden Standorte der Heideschule in Flaesheim und Hullern liegen 51 Anmeldungen vor – 34 für Flaesheim, 17 für Hullern. In beiden Ortsteilen soll jeweils eine Eingangsklasse gebildet werden. Ahsener Kinder könnten in Anbetracht der Klassengröße allenfalls nach Hullern wechseln.

57 Kinder wären erforderlich, um drei Klassen bilden zu dürfen. Am Flaesheimer Standort müssten deshalb mindestens fünf Schülerinnen und Schüler (Ahsener Kinder) abgewiesen werden.

Der Weg von Ahsen nach Hullern wäre zu beschwerlich

Seit der Schließung der Ahsener Grundschule im Jahre 2013 fahren pro Jahr in der Regel zwischen fünf und zehn Ahsener Kinder zum Unterricht nach Flaesheim. Hullern liegt für sie gar nicht auf dem Weg.

Die Direktverbindung zwischen Datteln-Ahsen und Haltern-Hullern existiert wegen der fehlenden Lippebrücke nicht mehr und die Busverbindung nach Hullern wäre für die kleinen Kinder sehr beschwerlich. Dazu sagen die Bürgermeister beider Städte, Andreas Stegemann und André Dora: „Die Fahrtzeit beträgt mehr als eine Stunde- und die Kinder müssten umsteigen. Dies ist für Erstklässler nicht wünschenswert.“

„Das System bringt Vorteile für Eltern und Schule“

Zudem haben die sechs Ahsener Kinder alle Geschwisterkinder, die entweder schon die Schule in Flaesheim besuchen oder aber künftig dort beschult werden. Für die nächsten Jahre sagen die Schulentwicklungspläne der Städte Haltern und Datteln aus, dass die Zahl der Grundschüler wächst.

Die Bürgermeister der Städte wenden sich nun an Landrat Bodo Klimpel, um eine „bürgerfreundliche Lösung“ zu finden. Schließlich gebe es seit Jahren eine bewährte Kooperation. Andreas Stegemann: „Die Busverbindung zwischen Datteln-Ahsen und Flaesheim ist hervorragend, alle Eltern sind mit dieser Regelung zufrieden.“ Zufrieden sei aber auch die Heideschule, da das System für Eltern und Schule Vorteile bringe.

Der Kreis beziehungsweise die Untere Schulaufsichtsbehörde soll jetzt auf Bitten der Stadtverwaltungen Haltern und Datteln prüfen, ob die Möglichkeit besteht, die sechs Kinder aus Ahsen in Flaesheim einzuschulen. Da in der Stadt Datteln eine Klasse weniger gebildet wird als möglich, schlagen die Städte Datteln und Haltern am See vor, dass diese eine freie Klasse der Stadt Haltern übertragen wird. „So würden wir sowohl den Kindern und Eltern aus Datteln-Ahsen als auch der Grundschule in Flaesheim helfen, weil wir damit auch eine langfristige Planungssicherheit herstellen könnten“, erklären die Bürgermeister.

2012 gab es wegen gleicher Probleme heftige Debatten

Diese Problematik gab es schon einmal und zwar im Jahr 2012. Damals meldeten sechs Elternpaare aus Ahsen ihre Kinder in Flaesheim an, weil in ihrem Ort die Schule vor der Schließung stand. An der Dachsbergschule – so hieß die Flaesheimer Schule früher – hätten zwei Eingangsklassen und damit für das Stadtgebiet Haltern 16 statt – laut kommunaler Klassen-Richtzahl – 15 Eingangsklassen in den Grundschulen genehmigt werden müssen. Oder aber andere Grundschüler wären zu Fahrschülern geworden. Es gab heftige Diskussionen.

Die Politik blieb hart: Eine Nachfrage aus Ahsen dürfe keine Nachteile für Halterner Schüler haben. CDU-Landtagsabgeordneter Josef Hovenjürgen suchte das persönliche Gespräch mit Schulministerin Sylvia Löhrmann, um den Weg für die Ahsener Schüler nach Flaesheim zu ebnen. Auch die Schulverwaltungen Haltern und Datteln hatten sich im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit um eine Lösung bemüht. Letztlich gab es im Dezember 2012 grünes Licht.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
Zur Autorenseite
Elisabeth Schrief

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.