Kein Bohrturm im Halterner Stausee in Sicht

Monitorbericht

Das Politmagazin Monitor löste mit seinem Bericht am Donnerstagabend über angeblich geplante Erdgasbohrungen unterhalb der Talsperre Haltern große Verunsicherung aus. "Definitiv wird morgen kein Bohrturm im See stehen."

HALTERN

von Von Elke Rüdiger und Elisabeth Schrief

, 19.11.2010, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Ziel, Gasvorkommen in Gesteins-Zwischenräumen durch ein unkonventionelles Verfahren namens Fracking auszubeuten. Solche Bohrungen bedürfen allerdings einer Genehmigung der Bezirksregierung Arnsberg. Für Nordwalde liegt ein Antrag vor, für Haltern definitiv nicht. "In Nordrhein-Westfalen gibt es so gut wie keine Erfahrungen mit Fracking, deshalb legen wir für eine Genehmigung höchste Maßstäbe an“, erklärte Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Sorgfalt gehe vor Geschwindigkeit. Auch für Nordwalde gibt es längst noch kein grünes Licht. In der Gemeinde hat sich massiver Widerstand gebildet.

Der blitzte umgehend nach der Sendung auch in Haltern auf: "Unglaublich. Das ist ein Skandal!“, regte sich Marcus Florin (Bürgerinitiative BLU) auf. Vermittelte die Sendung doch den Eindruck, unter dem Stausee sei bereits gefrackt worden. Besorgt meldeten sich ebenfalls Stephan Sandkühler und Markus Heier: Sie fürchten, dass bei Explorationsbohrungen toxische Flüssigkeiten ins Grundwasser gelangen. Viele davon sind krebserregend und töten im Wasser Mikroorganismen ab. In den USA wird seit langem "gefrackt“, aber auch dort gibt es inzwischen Protestbewegungen.

"Schlichtweg nichts gewusst“ hatten Stadt, Verwaltung und Politik in Haltern. Letztlich löste sich der hochgespielte Beitrag in Luft auf: Viel Aufregung um wenig Konkretes. Gelsenwasser-Mitarbeiter gaben am Freitagmittag schon Entwarnung: In Haltern sei nur die Sendung gedreht, nicht aber gebohrt worden. Dazu wollte die Monitor-Redaktion spontan keine Stellung beziehen.   „Die aktuellen Berichte über die Suche nach unkonventionellem Erdgas sehe ich mit großer Sorge“, nahm Vorstandsvorsitzender der Gelsenwasser AG, Dr. Manfred Scholle (Foto), Stellung. Schon konventionelle Probebohrungen könnten negative Reaktionen im Erdreich auslösen.

  "Mein Vorschlag lautet, die bekannten Trinkwassereinzugsgebiete für die Erdgasgewinnung auszuschließen, hier sollten auch keine Probebohrungen möglich sein.“ Heidrun Becker von der Pressestelle des Gelsenwasser-Unternehmens informierte: "Es sind sehr, sehr große bergrechtliche Gewinnungsgebiete ausgewiesen. Haltern ist nicht ausgenommen.“  

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