Die Von-Bora-Schule plant ein neues Schulmodell, das die Kinder besser fördern soll

dzFlexible Schuleingangsphase

Früher waren Schulmodelle in Stein gemeißelt. Heute gibt es den Anspruch, sie den Bedürfnissen der Kinder anzupassen. Das soll nun an einem Zweig an der Katharina-von-Bora-Schule geschehen.

Haltern

, 26.06.2019, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kinder kommen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen und Voraussetzungen in der Grundschule an. Einige können schon erste Worte lesen, andere müssen sich erst einmal in ihrem neuen Alltag zurechtfinden und brauchen länger fürs Lernen.

Darauf will die Katharina-von-Bora-Schule nun besonders reagieren und ab dem Schuljahr 2020/21 eine flexible Schuleingangsphase in ihrem Zweig umsetzen, der vor der Zusammenlegung zur Verbundschule die Martin-Luther-Schule darstellte. Am jahrgangsübergreifenden Unterricht in der ehemaligen Eichendorff-Schule soll sich nichts verändern.

Die Flexible Schuleingangsphase soll individueller fördern

Als Leitungsteam stellten Vivi Klapheck und Ulrike Wagner das neue Konzept am Dienstagabend im Schulausschuss vor. Es werden jahrgangsübergreifende Klassen eingerichtet, die die Kenntnisse und Fertigkeiten der Klassen 1 und 2 vermitteln und in der die Schüler mindestens ein und maximal drei Jahre verbleiben.

Im Vordergrund steht die individuelle Förderung der Kinder, die sich an ihrem Lerntempo ausrichtet. In den Klassen 3 und 4 findet dann wieder ein homogener Unterricht statt. Dem Modell habe die Schulkonferenz mit 75 Prozent zugestimmt, teilte Vivi Klapheck mit. Und Ulrike Wagner fügte hinzu: „Wir hoffen, dass sich viele Eltern von diesem Konzept überzeugen lassen.“

Richtig gestartet wird das Modell mit dem Schuljahr 2021/22, wenn die Eingangsklasse geteilt und mit Erstklässlern aufgefüllt wird.

Machen sich die Schulmodelle jetzt Konkurrenz?

Für die SPD stellte Fraktionsvorsitzende Beate Pliete bei der anschließenden Diskussion die Frage, ob sich beide Schulzweige durch die geplante Veränderung Konkurrenz machen könnten. Diese Frage wissen zurzeit auch die Schulleiterinnen nicht zu beantworten. „Wohin die Reise geht, werden die Eltern entscheiden“, sagte Vivi Klapheck.

Das jahrgangsübergreifende Lernen während der gesamten Grundschulzeit an der Eichendorff-Schule komme auf jeden Fall nach einer zwischenzeitlichen Durststrecke gut an. Kinder aus dem direkten Wohnumfeld, aber auch aus dem gesamten Stadtgebiet nähmen daran teil. Es könnte sogar über eine sechste Lerngruppe nachgedacht werden.

Dr. Thomas Thies-Wienber, sachkundiger Bürger der WGH, bedauerte, „dass von der ehemaligen Martin-Luther-Schule weder der Name noch der Standort oder das System Bestand haben“.

Für die Schulleitung ist das neue Modell eine logische Konsequenz

Ulrike Wagner betonte in diesem Zusammenhang, dass die Schulleitung in der Einrichtung der flexiblen Schuleingangsphase eine logische Konsequenz sehe. So werde unter anderem der Tatsache Rechnung getragen, dass die Schulkindergärten abgeschafft sind und viele Kinder jünger in der Grundschule aufgenommen werden als in früheren Jahren.

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