Kassen übernehmen Kosten

HALTERN Seit dem 1. Juli haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening (Ganzkörperuntersuchung). Diese Regelung gilt bundesweit, die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

von Von Elke Rüdiger

, 01.07.2008, 12:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit dem 1. Juli haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening.

Seit dem 1. Juli haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening.

Diese „Sonderreglungen“ bestätigte Dr. Berthold Vieth. Der Halterner Dermatologe berichtete, bisher seien Patienten ab 20 Jahren einmal jährlich als Krankenkassenleistung untersucht worden. Und das halte er für angebracht. Die neue Regelung sei letztlich ein Rückschritt, keine Verbesserung. Bestimmte Hauttumore und das maligne Melanom könnten im Verlauf von zwei Jahren so weit wachsen, dass sich die Prognose hinsichtlich einer kleinen Exzision (Herausschneiden von Gewebe) und einer Metastasierung deutlich verschlechtern kann.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 140 000 Menschen neu an Hautkrebs, rund 22 000 davon am besonders gefährlichen Malignen Melanom. Der „schwarze Hautkrebs“ führt bei 3000 Betroffenen jährlich zum Tode. Eine regelmäßige Vorsorge, so die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP), sei von großer Bedeutung, denn bei einer frühzeitigen Diagnose könne der Hautkrebs fast immer geheilt werden. Wichtig ist neben der Früherkennung die Vermeidung von bekannten Risikofaktoren. Sogar Menschen, die nur gelegentlich ein Sonnenstudio aufsuchen, haben ein deutlich höheres Risiko, im Laufe ihres Lebens an Hautkrebs zu erkranken. Vom Gebrauch des künstlichen UV-Lichts aus kosmetischen Gründen raten ADP und die Deutsche Krebshilfe dringend ab: „Es gibt kein 'gesundes Sonnen' im Solarium.“

Für die Vorsorge-Untersuchungen können Patienten speziell weitergebildete Haus- und Fachärzte aufsuchen. Beim Screening schaut der Arzt mit dem bloßen, geschulten Auge die ganze Haut vom Scheitel bis zu den Fußsohlen an. Der zweijährige Abstand zwischen den Untersuchungen sei „medizinisch vertretbar“, so der ADP. In Risikofällen könne der Arzt auch häufigere Termine mit den Patienten ausmachen.

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