Josef Holtrichter gestorben: Er war ein engagierter Sparkassendirektor und Förderer

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Haltern hat eine große Persönlichkeit verloren: Der frühere Sparkassendirektor Josef Holtrichter starb mit 76 Jahren. Die Bank und die Stadt waren ihm eine Herzensangelegenheit.

Haltern

, 19.03.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Josef Holtrichter war vom 1. Oktober 1988 bis zum 31. März 2006 Vorsitzender des Vorstandes der Stadtsparkasse Haltern. Als er sich mit 63 Jahren in den Ruhestand verabschiedete, blickte er auf insgesamt 47 Berufsjahre im Bankwesen zurück. Doch Josef Holtrichter war mehr als „nur“ der Sparkassendirektor. Er gestaltete an vielen Stellen verantwortungsvoll öffentliches Leben in Haltern mit. „Wir sind da, wo die Menschen leben und arbeiten“, beschrieb er seinen Leitspruch, dem er beruflich wie privat folgte.

Zusammen mit Alt-Bürgermeister Josef Schmergal entwickelte Josef Holtrichter die Idee für die jährliche Verleihung des Bürgerpreises Ehrenamt, er war Gründungsmitglied der Halterner Bürgerstiftung, Mitglied im Altertumsverein und Schatzmeister im Förderverein Römermuseum, ihm lag als engagierter Mitstreiter bei Haltern aktiv das Image der Stadt am Herzen und er förderte auf vielfältige Weise Sport und Kultur in Haltern.

Die Selbstständigkeit der Sparkasse war oberstes Ziel

In seiner Funktion als Bankchef sah sich Josef Holtrichter nah bei denen, die er betreute. Die selbstständige, kommunal gebundene Stadtsparkasse sollte für die Halterner eine verlässliche Einrichtung bleiben, eine Fusion mit anderen Banken schloss er vehement aus. Holtrichter bekräftigte immer wieder, dass es in Haltern dabei bleiben werde. „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“, sagte er zum 150-jährigen Jubiläum der Sparkasse, „nutzen wir den Wind der Veränderung auch in Zukunft.“ Aber in der Selbstständigkeit.

Als die Konjunktur allgemein schwächelte, legte Josef Holtrichter als Lokalpatriot 2005 ein Sonderkreditprogramm „Gut für Immobilien-Besitzer in Haltern am See“ auf, das Privatkunden für Renovierungen anzapfen konnten. Ein Kredit wurde nur gewährt, wenn Halterner Handwerker die Renovierungsarbeiten durchführten. Holtrichter wollte mit dem Programm gleichzeitig die heimische Wirtschaft stärken.

„Wir haben es mit einem alten Fuchs zu tun“

Zur Verabschiedung von Josef Holtrichter in den Ruhestand sagte Bürgermeister Bodo Klimpel über ihn: „Wir haben es im besten Sinne mit einem alten Fuchs zu tun.“ Als er den Vorsitz im Verwaltungsrat der Sparkasse übernommen habe, habe ihn Josef Holtrichter erst einmal „sparkassentechnisch“ das Laufen gelehrt.

Josef Holtrichter kaufte sich damals ein Bärenticket und hatte noch viele Pläne. Gesundheitlichen Einschränkungen trotzte er mit Disziplin und bewundernswerter Haltung. Über seine Berufsjahre sagte er: „Die Stadtsparkasse ist ein Stück meines Lebens. Sie wird mir sicher fehlen.“ Nun fehlt er - nicht nur seiner Ehefrau, den Kindern und Enkeln, sondern allen, die ihn kannten und schätzten.

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