Die AWO-Kindertageseinrichtung Lohausstraße (Foto, Mitte) trägt ab Sommer den Titel eines Familienzentrums. Neben Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder werden in einem Familienzentrum auch Eltern unterstützt und beraten. In der Einrichtung begegnen sich Familien aus verschiedenen sozialen Milieus, so die Stadt. © Hans Blossey
Kindergarten-Bedarfsplan

Jedes Kind über Drei hat in Haltern Kitaplatz – doch es gibt Defizite

Die Halterner bekommen eine weitere Kita in Hamm-Bossendorf, alle Ü-3-Kinder im Sommer einen Betreuungsplatz, aber weder SPD noch Grüne sind zufrieden. Sie fordern noch mehr Engagement.

Alle Kinder über drei Jahren sollen in den Kindergarten gehen können. Tatsächlich gelingt der Stadt Haltern diese Vollversorgung zum Sommer. „Wir sind an einem Meilenstein angekommen“, definiert das Bürgermeister Andreas Stegemann. Gleichwohl sind weder die SPD noch die Grünen zufrieden. Denn im U-3-Bereich sieht es anders aus: Die Angebotsquote erreicht 71,6 Prozent.

„Wir können hier nicht das Prädikat sehr gut vergeben“, sagte Magdalena Meier (Bündnis 90/Die Grünen) im Ausschuss Generationen und Soziales. Sie und auch Anne Feldmann (SPD) fordern eine Vollversorgung und Kita-Plätze in zumutbarer Nähe. „130 Kinder sind in der Tagespflege, diese Lösung ist zu teuer. Außerdem entsprechen die Öffnungszeiten nicht den Arbeitszeiten der Familien und Alleinerziehenden. Für eine hohe Qualität sind noch große Anstrengungen erforderlich“, kritisierte Meier. Wie sie forderte auch Anne Feldmann einen weiteren neuen Kindergarten für Haltern.

Bürgermeister: „Vollversorgung ist ein frommer Wunsch“

Eine solche Vollversorgung sähe Bürgermeister Andreas Stegemann auch gern, wie er betonte. „Aber sie ein frommer Wunsch“, verwies er auf einen verantwortlichen Umgang mit den städtischen Finanzen.

Wie es um die Kindergarten-Situation steht, erläuterte Jugendamtsleiter Gisbert Drees. Nach derzeitigem Stand können die Kindergärten 1401 Plätze anbieten, davon 1079 für die über Dreijährigen und 322 für die unter Dreijährigen. „Im Ü-3-Bereich können wir allen Kindern einen Platz anbieten“, so Gisbert Drees. Im Lambertus-Kindergarten in Lippramsdorf werden darüber hinaus Plätze für Familien reserviert, die im Laufe des Kindergartenjahres nach Haltern ziehen.

Dass die Stadt hier so gut dasteht hängt mit befristeten Zusatzgruppen in St. Antonius Lavesum und der städtischen Kita Conzeallee zusammen. In Lavesum soll die aktuell im Mehrzweckraum untergebrachte dritte Gruppe durch eine Erweiterung des Hauses verstetigt werden. Dann entstehen dauerhaft zehn bis 20 Pätze – je nach Gruppenstruktur.

Es fehlen Plätze für Kinder unter zwei Jahren

Im U-3-Bereich (Kitas plus 130 Plätze in der Kindertagespflege) gilt eine Landesquote von 35 Prozent, die Stadt erreicht 71,6 Prozent. Die Stadt bot jedem Kind im Alter von zwei bis unter drei Jahren einen Betreuungsplatz an, aber nicht jedes Angebot wurde angenommen – sei es, weil es nicht die Wunscheinrichtung war oder Eltern es sich anders überlegt hatten. Schwieriger ist es für Kinder im Alter unter zwei Jahren. „Hier ist die Kindertagespflege nach wie vor sehr gefragt, die Plätze in den Einrichtungen sind belegt“, bedauerte Gisbert Drees.

Zur Forderung nach einem weiteren Kindergarten sagte er: Ein Neubau müsse langfristig beurteilt werden. In der Regel müsse eine solche Einrichtung mehrere Jahrzehnte genutzt werden. Sollte absehbar sein, dass es sich um einen Bedarf handele, der vielleicht nach fünf Jahren nicht mehr gegeben sei, sollte vorrangig nach Übergangslösungen gesucht werden.

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Elisabeth Schrief

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