Infizierter Westfleisch-Mitarbeiter war in Haltern untergebracht

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Bei Westfleisch sind viele Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Etwa 20 Gastarbeiter sind auch in einem Haus in Haltern untergebracht. Einer von ihnen hat sich infiziert.

Haltern

, 08.05.2020, 17:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einem Westfleisch-Werk in Coesfeld wurden zuletzt 129 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Auch in einem Werk des Unternehmens in Oer-Erkenschwick wurden viele Mitarbeiter positiv getestet. Einige Westfleisch-Gastarbeiter sind auch in Haltern untergebracht. Unter ihnen gab es nun einen bestätigten Corona-Fall, erklärt Helmut Lampe, Leiter des Halterner Ordnungsamtes, am Freitag auf Anfrage. Insgesamt leben in dem Haus westlich der Halterner Innenstadt zuletzt etwa 20 Beschäftigte.

Schon seit längerer Zeit werde das Haus von Westfleisch als Wohnhaus für Gastarbeiter verwendet, sagt auch ein Halterner, der dort in der Nähe wohnt. Täglich „werden die mit einem Reisebus um halb fünf abgeholt und um 16 Uhr zurückgebracht“, erzählt er.

„Wohngemeinschaften sind durchaus zugelassen“

Mit einem Westfleisch-Vertreter stehe das Ordnungsamt bereits in Kontakt, sagt Helmut Lampe. Die Gespräche seien bislang gut und konstruktiv gewesen. Die positiv auf das Coronavirus getestete Person befinde sich schon länger in Quarantäne. Für solche Fälle habe der Betrieb extra einige Häuser bereitgestellt - allerdings nicht in Haltern. Die Tests aller anderen Mitarbeiter, die derzeit in Haltern in dem Haus leben, fielen negativ aus. Sie wohnen auch weiterhin dort.

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Dass zwanzig Mitarbeiter eines Betriebs in einem Haus zusammenleben, sei erlaubt - auch in Corona-Zeiten wie Helmut Lampe erklärt. „Wohngemeinschaften sind durchaus zugelassen.“ Als Vergleich nennt er Studentenwohnheime.

Für die Stadt Haltern ist das Thema nun erledigt. Weitere Maßnahmen müssten nicht getroffen werden. Der positiv getestete Bewohner werde auch bald sein Quartier verlassen dürfen. „Die Quarantäne läuft nächste Woche ab“, erzählt Lampe.

Bestätigter Fall taucht nicht in Halterns Corona-Statistik auf

An welchem Westfleisch-Standort der Infizierte gearbeitet hat, kann der Leiter des Ordnungsamtes nicht sagen. Auch die einzelnen Kreise könnten aus Datenschutzgründen keine Informationen zur genauen Arbeitsstelle einer positiv getesteten Person preisgeben, erklärt dazu Jochem Manz, Pressesprecher des Kreises Recklinghausen.

Der infizierte Gastarbeiter der Firma Westfleisch wird derweil auch nicht in der täglich aktualisierten Corona-Statistik des Kreises Recklinghausen aufgeführt, so Manz. Bestätigte Fälle würden immer dort in die Statistik einfließen, wo die infizierte Person ihren Wohnsitz angemeldet hat.

Die Firma Westfleisch hat auf Anfrage unserer Redaktion bisher nicht reagiert.

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