Alles ist wieder gut: Die Kindergärten und Tagespflegestellen kehren zum Regelbetrieb zurück. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Kindergärten/Tagespflege

In Halterns Kitas kehrt nach vielen Einschränkungen fast der Alltag ein

Aufgrund des landesweit gesunkenen Infektionsgeschehens sind die Kindergärten in den Regelbetrieb zurückgekehrt. Seit Anfang März bis jetzt erkrankten sieben Kinder an Corona.

In Halterns Kindergärten ist Normalität zurückgekehrt. Alle Kindergarten-Kinder werden wieder – wie vertraglich vereinbart – in den Einrichtungen betreut, pädagogische Konzepte werden fortgesetzt und auch die Gruppentrennung ist aufgehoben. Das teilte Jugendamtsleiter Gisbert Drees im Ausschuss Generationen und Soziales mit.

Der Schritt zurück zum Regelbetrieb wird weiter von einem freiwilligen Testangebot zweimal pro Woche begleitet. Seit zwei Wochen werden dabei für die Kinder die kindgerechteren „Lolli“-Tests zur Eigenanwendung durch die Eltern zur Verfügung gestellt.

Trotz Notbremse Betreuung ohne bürokratischen Aufwand

In den Kindergärten und bei den Eltern herrscht Erleichterung. Denn in den vergangenen Wochen sah die Situation noch ganz anders aus, wie Gisbert Drees ausführte. Ab dem 24. April galt die sogenannte „Bundesnotbremse“, die aufgrund hoher Inzidenzzahlen im Kreis Recklinghausen auch in Haltern umgesetzt werden musste. Bei dem Schwellenwert von über 165 wurden alle Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege geschlossen. Nur in begründeten Ausnahmefällen war eine Betreuung möglich.

„Bei diesen Ausnahmen wurden insbesondere die Interessen der Kinder in den Blick genommen: So konnten zum Beispiel Kinder mit Behinderung oder drohender Behinderung oder Kinder im letzten Kitajahr uneingeschränkt die Kitas besuchen“, erläuterte der Jugendamtsleiter. Gleiches galt für Kinder, deren Familien auf unterstützende finanzielle Hilfen des Staates angewiesen sind. Aber auch Familien, die aus beruflichen Gründen keine andere Betreuung finden konnten, konnten ihre Kinder ohne bürokratischen Aufwand in die Tagesbetreuung bringen.

Dank an Eltern und Betreuungskräfte für Flexibilität

Mit Beginn dieser bedarfsorientierten Notbetreuung änderten sich die Betreuungszahlen in den Kitas merklich: von einer durchschnittlichen Betreuungsquote Mitte April von etwa 77 Prozent ging die Quote nach Inkrafttreten der Bundesnotbremse auf etwa 42 Prozent zurück. Auch in der Kindertagespflege wurden nur noch etwa 48 Prozent der angemeldeten Kinder betreut.

„Diese Zahlen belegen, dass die Halterner Familien sich trotz der damit verbundenen teils erheblichen Einschränkungen wieder einmal äußerst verantwortungsvoll verhalten haben.“ Gisbert Drees dankte den Familien, den Beschäftigten in den Kitas und den Tagespflegepersonen“. „Die erneut sehr kurzfristig wirksam gewordenen gesetzlichen Vorgaben verlangten von allen Beteiligten nicht nur eine enorme Flexibilität; zusätzlich zu den pädagogischen Anforderungen musste oft dem Bedarf nach Information und Beratung mehr Zeit als gewöhnlich eingeräumt werden.“

Die Einschränkungen traten am 7. Mai wieder außer Kraft, da der Schwellenwert von 165 an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten worden war. Ab diesem Tag galt in den Kitas wieder der eingeschränkte Regelbetrieb: Alle Kinder wurden eingeladen, die Betreuung zu nutzen; in den Kitas blieb der Betreuungsumfang weiterhin um 10 Stunden reduziert; die Gruppentrennung blieb bestehen.

Keine Kita- und OGS-Gebühren für Mai und Juni

Die streng eingehaltene Gruppentrennung der Kinder sorgte mit dafür, dass bei immer wieder vorkommenden positiv getesteten Fällen nicht die gesamte Einrichtung geschlossen werden musste. Seit Anfang März reichte es daher, bei sieben aufgetretenen Fällen in verschiedenen Einrichtungen lediglich die Gruppe der betroffenen Person in Quarantäne zu versetzen, während der Betrieb in den anderen Gruppen weiter gehen konnte. Das landesweite Infektionsgeschehen und dessen Auswirkungen auf die Kindertagesbetreuung werde weiterhin engmaschig beobachtet, so der Jugendamtsleiter.

Ein Dauerthema war in den vergangenen Monaten auch immer die Frage, ob und in welchem Ausmaß Elternbeiträge für die Kindertagesbetreuung und die OGS erhoben werden. Die Verwaltung bereitet derzeit für die Sitzung des Hauptausschusses und des Rates eine Beschlussvorlage vor, wonach für die Monate Mai und Juni 2021 keine Elternbeiträge erhoben werden.

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Elisabeth Schrief

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