In Corona-Zeit: Abiturprüfungen in Haltern haben begonnen

dzAbi-Prüfungen

Unter den Corona-Maßgaben haben am Dienstag auch in Haltern plangemäß die schriftlichen Abiturprüfungen begonnen. Schulleiter und Abiturienten ziehen ein erstes Fazit.

Haltern

, 12.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die diesjährigen Abiturprüfungen sind für Lehrer wie Schüler herausfordernd: Unter den strengen Corona-Hygiene- und Abstandsregeln wurden im Joseph-König-Gymnasium und im Hans-Böckler-Berufskolleg (HBBK) am Dienstag die ersten Abiturklausuren geschrieben.

Erleichterung bei den Schulleitern

Im Gymnasium sei alles reibungslos gelaufen, sagt Schulleiter Ulrich Wessel. Auf dem Plan standen Klausuren in Leistungskursen (Biologie und Chemie) als auch in den Grundkursen (Biologie und Physik). „Alle Schüler waren da.“ Lediglich zwei seien entschuldigt gewesen, weil sie das Angebot angenommen hatten, ihre Klausuren nicht an drei aufeinanderfolgenden Tagen schreiben zu müssen (wir berichteten). Am Mittwoch stünden dann der Deutsch-Leistungs- und Grundkurs auf dem Programm, so Wessel. Er sei erleichtert, dass das Abitur in dieser Zeit unter fast „normalen“ Bedingungen stattfinden kann. „Ein Notabitur hätte die Chancen bei einer Bewerbung oder an der Uni verschlechtert.“

„Klar hat man mehr Druck“

Abiturientin Hannah Große Erdmann hat am Dienstag die Klausur im Biologie Grundkurs geschrieben und keine große Veränderung gespürt. „Ich habe natürlich auch noch nie Abitur unter normalen Umständen geschrieben. Aber generell sind die Vorgaben beim Abi ja strenger, dann weiß man gar nicht, ob es jetzt gerade wegen Abi oder wegen Corona ist.“

Man habe sich außerdem ein bisschen daran gewöhnt, alle mit Masken zu sehen. „Klar hat man mehr Druck, weil man das Gefühl hat, dass man nicht gut genug vorbereitet wurde. Nicht wegen der Lehrer, sondern weil man andere Bedingungen hatte und sich nicht so gut einschätzen kann.“

Malte Nipper, der seine Klausur im Biologie-Leistungskurs geschrieben hat, hatte sich auch schon durch den Vorbereitungsunterricht an die Hygieneregeln gewöhnt, wie er sagt. Besonders sei aber zum Beispiel gewesen, dass man sich in der Prüfung Einweg-Handschuhe anziehen musste, um den Duden zu benutzen. „Insgesamt war es aber eine eher lockere Stimmung vor, während und auch nach der Klausur.“

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Am HBBK in Haltern seien auch alle Schüler zu den Abitur-Prüfungen erschienen, sagt Dependance-Leiter Matthias Bomba. Insgesamt 41 Schüler machen dort ihr Voll-Abitur. Die Nachschreibetermine habe man deshalb direkt aus dem Kalender gestrichen, so Bomba. Alles sei gut gelaufen. „Das hat schon zur Erleichterung geführt bei allen“, ergänzt der Leiter. Am Freitag gehe es weiter.

Esther Brockmann, die ihre erste Klausur in Erziehungswissenschaften geschrieben hat, bestätigt den Eindruck: „Es lief ganz gut. Man musste nur darauf achten, einen Mundschutz zu tragen, wenn man zur Toilette gegangen ist, aber das war ja auch schon in den letzten Tagen im Unterricht so.“

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