Im Alkoholrausch Freundin gewürgt

HALTERN / MARL „Ich hatte erst Mitleid mit ihm, habe ihm sogar Bettzeug und ein Kissen geholt, dann ist er ausgerastet“, erzählte Opfer Rita H. im Zeugenstand. Angeklagt war gestern vor dem Schöffengericht der 36-jährige Andreas B.

von Von Sophie Bissingen

, 17.07.2008, 13:37 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Alkoholrausch bildete sich B. ein, die Geschädigte habe sein Handy gestohlen und stellte die Hausfrau zur Rede. „Plötzlich schlug er mir mit der flachen Hand ins Gesicht und jagte mich durch die Wohnung, trat mir mit dem Turnschuh in den Magen“, berichtete Rita H., die Frau versuchte, sich auf der Toilette einzuschließen, doch der Angeklagte war schneller. Durch den Tumult wurden die Nachbarn aufmerksam und riefen die Polizei. Derweil ging die Rangelei in der Wohnung weiter. „Er hat mit hochrotem Kopf seine Armbanduhr in die Ecke geschmissen und gesagt: ‚Jetzt mach ich dich alle‘ und würgte mich, bis mir die Luft ganz wegblieb. Erst als die Polizei an der Tür klingelte wurde sein Griff lockerer“, erzählte die Geschädigte weiter.

B. ist im Amtsgericht in Marl kein Unbekannter. Schon mehrfach wurde er wegen Diebstahls, Trunkenheit und Körperverletzung angeklagt, derzeit laufen noch zwei Bewährungen. Für Richter Michael Brechtler war klar: „Sie sind Alkoholiker, wenn Sie saufen, dann begehen Sie Straftaten, das kennen wir ja nun schon“, sagte er kopfschüttelnd. Schon mehrfach hatte der arbeitslose Werkmechaniker eine Entzugstherapie als Auflage bekommen, wurde jedoch immer wieder rückfällig. Die Staatsanwaltschaft forderte sechs Monate, erneut zur Bewährung ausgesetzt, die Pflichtverteidigung hingegen ein mildes Urteil, doch Richter Brechtler blieb in seinem Urteil streng: „Vielleicht fällt der Groschen, wenn der Alkohol Sie ins Gefängnis bringt“, erklärte er sein Urteil: Sechs Monate Haft wegen vorsätzlichen Vollrausches. Die zweite Bewährung war bereits doppelt verlängert worden.

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