Hospizdienst-Leiterin geht in Ruhestand: „Die Arbeit hat mich geprägt“

dzCaritas Haltern

Leitungswechsel beim ambulanten Hospizdienst der Caritas in Haltern: Verena Cornelius geht in den Ruhestand und gibt ihr Amt am 1. Juni „voller Anerkennung“ an ihre Nachfolgerin weiter.

Haltern

, 21.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit fast 23 Jahren ist sie in der Hopizarbeit tätig, hat den ambulanten Hospizdienst der Caritas in Haltern wachsen sehen. Und entscheidend zur Entwicklung beigetragen. Jetzt verabschiedet sich Verena Cornelius in den Ruhestand. „Ich freue mich auf diese Zeit“, sagt die Leiterin des Dienstes. Leicht fällt der Abschied dennoch nicht. „Schließlich bin ich so vielen großartigen Menschen begegnet“, erklärt Cornelius. Die Arbeit habe sie stark geprägt.

Vieles hat sich seit 1998 verändert. Früher hätten viele Bürger „Hospiz“ aus Unkenntnis noch mit „tz“ geschrieben. Sterben und Trauer seien Tabuthemen gewesen. „Heute ist das Hospiz gesellschaftsfähig, die Menschen sind offener geworden.“ Das gilt auch für die Finanzierung: Früher sei man ausschließlich auf Spenden angewiesen gewesen, inzwischen förderten auch die Krankenkassen die Hospizarbeit. Cornelius: „Die Gesellschaft schätzt diesen Dienst.“

Respekt vor dem Umgang mit dem Schicksal

Die Patienten sind indes jünger geworden. „Vor 20 Jahren waren sie meistens älter als 70“, erinnert sich Cornelius. „Seit gut zehn Jahren aber sind viele in den Fünfzigern.“ Verena Cornelius hat großen Respekt vor den schwer kranken und sterbenden Menschen: „Man kann nur den Hut ziehen, wie sie mit ihrem Schicksal umgehen“, sagt sie. Sie hätten ihr in der Krisensituation viel Vertrauen entgegengebracht und sie stets wertgeschätzt. „Sie bleiben immer in meinen Erinnerungen.“ So wie die Kollegen und ehrenamtlichen Mitarbeiter. „Ich habe ein kompetentes und engagiertes Team“, schwärmt die Sozialarbeiterin. Verena Cornelius ist auch dankbar: „Viele Wegbegleiter haben meine Arbeit mit Spenden und Aktionen unterstützt.“

Maria Dahms tritt die Nachfolge an

Ihr Amt wird wieder mit einer Sozialarbeiterin besetzt - so hatte Verena Cornelius es sich gewünscht. Der psychosoziale Aspekt der Tätigkeit dürfe nicht zu kurz kommen. Am 1. Juni übernimmt Maria Dahms die Leitungsaufgaben im Halterner Hospizdienst. Cornelius ist sicher, die Hospizarbeit „in die richtigen Hände zu weiterzugeben“.

Maria Dahms (57) war zuletzt zehn Jahre als systemischer Coach und Trainerin im Bereich Persönlichkeitsentwicklung und Stressmanagement tätig. „Ich trete ein großes Erbe an“, sagt die Dülmenerin. Das Feld sei sehr gut bestellt. Und genauso wolle sie es auch weiterhin pflegen. Sie freue sich auf ihr Team: „Wir werden wie gewohnt gemeinsam für Patienten und Angehörige da sein“, verspricht Dahms.

Am 28. Mai hat Verena Cornelius ihren letzten Arbeitstag. Angesichts des Corona-Virus wird der Abschied eher im bescheidenen Rahmen ausfallen. Von ihren Mitarbeitern aber, das kündigt sie schon jetzt an, verabschiedet sie sich zu einem späteren Zeitpunkt mit einem gemeinsamen Essen - eben nach Corona.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt